Druckschrift 
2 (1859)
Entstehung
Seite
12
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Gottes Wort als Recht zugestehe und sie fortan mit nichts beschwe-ren, wogegen auch sie gegen ihn als ihre Obrigkeit das thnn wollten,was sie nach dem Evangelium schuldig seien. Sie selbst öffnetendarauf den Bauern die Thore ihrer Stadt und diese drangen so-fort auch ohne Widerstand ins Schloß ein. Dem Komthur zwarfügten sie weiter kein Leid zu; alles aber, was wie in der Burgso in der Stadt Eigenthum des Ordens hieß, ward geraubt undgeplündert. Man wollte wissen, daß der Schloßverwalter selbst,bäuerisch gesinnt, daS was außer den geflüchteten Kostbarkeiten anSilber und Vorräthen noch vorhanden war, den raubgierigen Bauernangezeigt habe. Jngleichen litt auch das Schloß in seinen Baulich-keiten bedeutenden Schaden und man behauptete, daß die Unter-thanen des Ordens auch hier mit am eifrigsten an der Zerstörungihres Herrenhauses gearbeitet hätten. Aehnliches geschah in demnahen Schlosse NenhanS, dessen sich jetzt die Bauern ohne Wider-stand bemächtigten ').

Erst gegen Ende des Mai ward die Ballei vom Feinde wiedervöllig befreit. Der Deutschmeister hatte mittlerweile alle möglichenMittel versucht, den Pfalzgrafen und den nahe gesessenen Adel zurRettung seiner Häuser zu gewinnen^); allein jeder dachte nur ansein eigenes Heil, denn das Feuer des Aufruhrs brannte zugleichan allen Orten in ganz Frankenland.

Die Ballei hatte in dem wildem Sturm überall außerordentlicheVerluste erlitten °). Mau schlug den der Komthurei Mergentheim angeraubtem Vieh, Getreide, Wein, Geschütz, vernichtetem Hausrath u.s.w.zugefügten Schaden auf eine Summe von 14,400 Gulden an. AufAusbesserung des Schadens am Hanse selbst mußten 1500 Guldenverwendet werden. Ebenso war das nahe gelegene Haus und Amt

') Die Einnahme Mergentheims fallt schon in die ersten Wochen des April.L-rror l. o. 200. Nach Fries Würzb. Chron. II. 20 würde der OdenwalderHelle Haufen am Dienstag nach Jndica (4. April) nach Mergentheim gekommensein. Zimmermann 643.

0 Bericht des Deutschmeisters a. a. O.

') Der Deutschmeister erwähnt in seinem Bericht, daß auch die Ordens-burg Heuchlingen von den Bauern nicdergebrannt und ebenso »sein Schlöß-lein Thalheim bei Mosbach« beraubt und zerstört worden sei. In Tyrolwurden die Ordenshäuser Botzen, Lengmos und Schlanders von den Land-leuten eingenommen. Zimmermann II. 434. Georg Kirchmairs Denk-würdigkeiten in Kontos rer. ^ustriao. I. 472. 474.