eines gedungenen Schnitters zu gewähren. Allein der Landkomthnrließ das bittende Landvolk unbefriedigt von dannen ziehen, meinend,er werde die Gährung, die er in der Bitte sah, noch mehr beför-dern, wenn er das Verlangen bewillige'). Das Volk zog in Un-muth hinweg.
Die Nemesis aber folgte auf dem Fuße nach. Schon in denersten Frühlingstagen des Jahres 1525 warfen sich bewaffneteBauernhaufen unter ihren Führern in die Gebiete der Stadt Heil-bronn und des Deutschen Ordens. Am 2. April forderte der Wein-wirth Jacob Rohrbach, der Anführer einer solchen Schaar, gemein-hin das Jäcklein genannt, von Böckiugen aus die Bewohner desdem Orden gehörigen Orts Sontheim auf, mit ihrem Zuzug zuihm zu stoßen, mit Mord und Brand drohend, wenn es nicht nochin derselben Nacht geschehe. Man sandte sofort Eilboten hinüberin das nahe Heilbronn, um bei dem dortigen Komthur Rath undHülfe zu suchen. Durch die Botschaft erschreckt gab er die Ant-wort: „Sie sollten sich halten wie fromme Leute; könnten sie sichaber nicht länger enthalten, so möchten sie thun, wie Andere, erwolle sie nicht verderben." Es kam den bedrängten Sontheimernkeine Hülfe und da Jäcklein mit Tagesanbruch seine Drohung er-neuerte, sandten sie ihm den geforderten Zuzug entgegen und schlossensich nun der Bewegung des Bauernvolkes an. °).
Wenige Wochen nachher, nachdem sich auch Götz von Ber-lichingen von seiner Burg Hornberg am Neckar herab als obersterHauptmann mit an die Spitze des wild umherstürmenden Bauern-volkes gestellt, am stillen Freitag, (14. April) erschien Jäcklein miteiner Bauernschaar, dem Hellen Haufen, durch Landvolk aus Ordens-besitzungen, aus der Gegend von Heilbronn und einem Volkshaufenaus der Stadt noch bedeutend verstärkt, vor dem wenig befestigtenStädtchen Neckarsulm. Er fand keinen Widerstand. Die Bürger,den Ordensherren längst abgeneigt, nahmen die Bauern mit Freudeund als Freunde auf und theilten und verzehrten -mit ihnen diereichen Vorräthe, die man im dortigen Ordenshause vorfand Z.
') Zimmermann Allgemeine Geschichte des Bauernkriegs II. 208.
Im Oberamt Heilbronn, am Neckar.
') Zimmermann II. 275.
ch kktsr L»rsr in der Ulstoria rnstloornm tumnltunm bei AraberSorixtt. rer. Oermaii. III. 201 sagt von Neckarsulm: Imnä äiKonItsr obss-Hnentibns Inoolis oaxtnw est.