— 281 —
Fehler, daß er den Vorurthcilen der Spanier zu offen cntgegcn-trat. Trotz dem sich steigernde» Hasse der Geistlichkeit ernannteihn König Karl III. , der seine Geistesgröße hochschätzte, zum In-tendanten von Andalusien und znm Assistenten von Sevilla. Nunbegann sein segensreichstes Wirken. Nördlich von den Mündungendes GuadianastromcS, am Abhang der Gebirge, liegt die Gegendder Sierra Morcna, welche seit der grausamen Vertreibungder MoriSkvs unter Philipps Ui. Regierung eine menschenleere,»»bebaute Wüstenei war. Sie verwandelte er vom Jahre 1768an mit menschenfreundlichem Eifer wieder in eine der schönste»Gegenden Spaniens, indem er Ansiedelungen deutscher und franzö-sischer Arbeiter gründete, denen er große Vortheile gewährte.Ein Deutscher, der Oberst Thürriegcl, brachte ihm allein an6000 Kolonisten zu. Binnen 8 Jahren der Verwaltung desOlavideS wurde ein öder Flächcnraum von 25 Meilen urbar ge-macht, erhielt die Industrie in diesen Gegenden einen bisher inSpanien niegesehenen Aufschwung und wurden Dörfer und Städtegebaut, »ntcr welchen letzter» Carolina, der Sitz des Gou-verneurs, an Flor bald de» schönsten Städten des Reichs gleich-sam. — Allein der Haß der Geistlichen unterbrach nur zu bald dasWirken des edel» Menschenfreundes. Bor allen war ein deut-scher Kapuziner, Namens Pater Osma, der nicht ruhte, bis erihn als Rcligionsvcrächtcr und Freigeist bei der Inquisition inVerdacht gebracht hatte. Besonders legte man ihm zur Last, daßsich unter den eingewandertcn Kolonisten viele Protestanten ansden Nheingegcndcn befanden, denen er freie Neligionsübung ge-stattet hatte. Da man nicht wagte, ihn offen anzugrcifen, wurdeOlavideS im November 1775 unter scheinbarem Vorwände nach Hofeberufen. Ein ganzes Jahr in Madrid zurückgehalten, schwebte erlange in Ungewißheit über sein Schicksal. Erst am 14. November1776 wurde er in seinem Hause gefangen genommen und in dieZsch. N«v. XIV. 12'