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der hier allein noch in der unermeßlichen Einsamkeit zu athmenwagt. Man ist rings von den Schrecken einer Ungeheuern Zer-störung belagert. Da scheint nie Leben gekachelt zu haben. Mansteht auf den Ruinen einer Welt. Der stumme Tod hat da sei-nen ewigen Thron. Unter ihm breitet sich das weiße Leichentuchder Natur über Alles ans. Wo cs der Sturm aber stellcnwciszerrissen hat, liegt das Gerippe und schwarze Felscngebein desErdballs entblößt. Die starren Gipfel, Firsten und Zinke» desGcbirgs, welche in seltsamen Gebilden »mherstehcn, gleichen rie-sigen Grabmalen. Nirgends Bewegung über dem W'eltleichnam.Nur eine fahle Wolke schleicht am Himmel und zieht über dieEiswüsten einen bläulichen Schatten nach.
Kein anderes Schauspiel erzeugt in solchem Maaße das Gefühlgrauenvoller Erhabenheit; etwa noch das Weltmeer im Kriegemit dem Orkan. Dies spiegelt uns noch Leben, aber das Ent-setzliche des Lebens, ab. Doch in den Einöden des ewigen Eisesüber den Wolken, wo kein Halm vom Felsen nickt, wo nichts lautist, als der eigene Pulsschlag, wo im Anblick allgemeiner Ver-nichtung uns das Gefühl eigener Vernichtung überwältigt, datritt uns der Weltentod in entsetzlicher Majestät entgegen.
Streift man aber die ersten Wirkungen der furchtsamen Ein-bildungskraft ab, und betrachtet das Reich der Gletscher mit demForscherblick eines de Saussnre von Genf, eines Hugi vonSolothurn, so offenbart sich die schöpferische Herrlichkeit Gottesauch inmitten der hocherhabcucn Wildniß. Dem Schcintode derNatur entblüht ein anderes Leben. Dem Eise entsprossen unbe-kannte Pflanzen. Die Gletscher athmen. Die Firnen bewegensich. Man steht in einer Welt neuer Wunder.
Jene leuchtenden Eishüllen der höchsten Alpcngipfel heißenFirnen. Ihre Massen haben eine Dicke oft von mehrern hun-dert Schuh Tiefe. Ihr Schnee, von dem sie bedeckt liegen, ist