Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
Seite
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Aber nein!" rief Madame Jansen:Was sprichst dn da? Be-sinne dich. Das klingt wie ein Märchen aus Tausend und eineNacht. Und doch, Josepha ist immerdar aufrichtig und jederLüge unfähig gewesen. Wie sollte das gute Kind nur auf denEinfall gerathcn, Unwahrheit zu sagen; oder weßhalb? Warumschweigst dn, Papa? Was meinst du dazu?"

Der Bergdircktor hatte die Wnndergeschichte anfangs nichtohne einige Betroffenheit angehört; bald aber spielte ein ironischesLächeln in seinen Mienen.Wahrhaftig!" sagte er:itloutarclssprss «ltnsr! Josephens Traumgott ist wahrlich ein dummerTeufel. Da kömmt er hinten nach, und verkündet gar altklug,was man schon weiß; zeigt den Mann an, der den Ring gebrachthat; statt zur rechten Zeit die Spitzbübin zu verrathcn, die ihnentwendete. Demnngcachtct, ich geb'euch mein Ehrenwort, wennJosephens Traum seine Richtigkeit hat, will ich künftig gewißauch an Josephs Traum in Aegypten glauben, dazu an die siebenmagern und fetten Kühe, ja ich will alle Josephs und Josepha'sin der Welt für prophetische Träumer halten. Indessen laßt unsdie Sache näher am Licht schauen!"

Und nun nahm er seinen Pierot über gesammte Einzclnheitenin strenges Verhör; über jedes Wort, was derselbe, vor Jose-phens Erzählung, ihr etwa geäußert habe, woraus sic hätte Ver-muthnngen folgern und diese, sich selbst täuschend, dann mit ihrerTräumerei Hütte verknüpfen können. Nicht damit zufrieden, mußteder Ausgefragte ohne Zeitverlust sich abermals in die Stadt be-geben, und im Haufe des Künstlers die Rolle des schlauen Kund-schafters übernehmen, um die unbedeutendsten Nebendinge zu er-fahren; zum Beispiel: ob der graue Mann groß oder klein ge-wesen? ob er, beim Ankommen und Zurückkehren, nach der Ost-odcr Westseite des Gartens und Hauses den Weg genommen?und mehr dergleichen.