Druckschrift 
14 (1853)
Entstehung
Seite
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Ich machte ihr feinen Vorwurf. Ich hätt'cs nicht vermocht.Das würde nur, was jetzt ein von selbst verlöschender Funke ist,unvorsichtig zur Flamme angeblasen habe». Nein, ich rictb ihr,von diesem Begegniß keiner Seele ein Wörtchen zu äußern. Es.könnte sehr gehässig, für sic höchst nachthcilig ansgcdentct werden.Sic kenne die Menschen viel zu wenig; sei noch viel zu unerfahrenbei ihren siebzehn oder achtzehn Jahren. Je mehr Zungen de»reinen Namen eines Mädchens berühre», je mehr er besudelt werde.Ich selber wolle daher Jakobs Brief beantworten. Sic solle ihmkeine Silbe crwicdern."

Gut gesprochen! Weise gesprochen!" rief Herr Danielis.So bewahrst dn dir des Mädchens Vertrauen unversehrt, undwir gewinnen dabei für die Zukunft viel. Ein Wort mütterlicherWarnung kann für Jakob wohlthnend werde». Zwischen uns undunser» Kindern darf und soll nie ein Gcheimniß walten. ImGrunde kann ich's dem lebhaften Burschen Wohl verzeihen, daß erFeuer fing. Else ist liebenswürdig genug, um ein Herz, odereine Phantasie, wie die scinige, in Brand zu setzen."

Nun ja, hübsch ist sie," stimmte Mutter Anna ein,fastnur zn zart; daneben bescheiden und demüthig. Auch die Bildung,welche sie im Institut genoß, steht ihr wohl an. Beobachten wirbeide einstweilen. An Heirath darf und wird Jakob wohl nichtdenken. Dergleichen Liebelei vergißt sich leicht wieder."

Hm, doch wohl nicht immer, liebes Kind!" entgegnctcmit einem schelmischen Lächeln der Kirchenrath.Denk' an dichund mich! Und, wie ich selber, so soll jeder unserer Söhne Frei-heit haben, sein LebenslvoS nach eigenem Willen zn ziehen, so-bald er wahlfähig ist. Aeltern haben da nichts zn gebieten, nichtszn verbieten."

Das wohl, lieber Mann ; aber doch da zn rathcn. Liebe, sagtman, und dn weißt cs, »nicht blind"