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Indem er den Feind glauben machte, die ganze Armee hätte sich nach Veronazurück gewendet, standen plötzlich das 1. und 2. Corps vor Vicenza, das GeneralDurando besetzt hielt. Dieser, an 15,000 Mann stark, hatte dem Platze im Gefühleder Wichtigkeit desselben bedeutende fortificatorischc Stellungen verschafft. DieBrücken waren abgebrochen, die Strassen durch mehr als 200ßarricaden versperrtund jedes Haus zu einer Festung umgeschaffen. Ingleichen waren auch die Anhöhenum Vicenza mit ihren Dörfern und Höfen befestigt, das von Natur schwierige Ter-rain noch mehr erschwert, zahlreiche Batterien angelegt, die sich gegenseitig unter-stützten, und die zu stürmenden Höhen fast unersteiglicb gemacht -— mit einemWorte, Vicenza sollte für die Österreicher ein Saragossa werden.
Für den Angriff war der 10. Juni Vormittags bestimmt; er sollte Durandozur Übergabe oder zum Rückzuge in die vcnetianischcn Gebirge zwingen, was derAuflösung gleich kam.
Aber schon um */ 3 7 Uhr begann das Gefecht, das sich nach und nach so hitzig-entwickelte, dass bis 10 Uhr, der Stunde des allgemeinen Angriffes, schon das starkbesetzte, aber dadurch um so leichter verwirrte BlockhausBella Vista Berico genom-men war. Das Blockhaus wurde angezündet und diente dem Gegner zum Zeichen,dass jetzt ein sehr ernster Tanz beginne. Um die Truppen möglichst zu schonen,wurde der Artillerie die Ilauptthätigkeit zugewiesen. Die Geschütze des GeneralsCuloz begannen um 3 Uhr gegen den vorzüglichsten Punct, den Monte Berico, zuspielen; bald war das feindliche Feuer in der Villa rotonda zum Schweigengebracht und eben so bald diese im Sturme genommen-, während die Schweizervom Monte Berico selbst angriffsweise wider die Bella Vista vorgingen. Da empfingsie die verdeckte Artillerie mit Kartätschengrüssen und das 10. Jäger-Bataillonunter Oberst Ko pal, der mit den Gegnern zugleich in die Schanzen des Bericoeindrang. Im Nu war dieser erstürmt, der Feind in tolle Flucht gejagt, und jedeBemühung Durando’s, diesen Lebenspunct seinerVcrthcidigung wieder zu gewin-nen, unmöglich gemacht. Die Gegner waren nun im Umkreise der Stadt einge-pfercht, die mit ihnen alsbald vom Berico herab beschossen wurde.
Auch auf den anderen Punctcn war alles Angeordnete vollzogen worden; dieAusgänge aus der Stadt wurden genommen und der Eintritt in dieselbe durch Weg-nahme von Schanzen und Postirung von Mörser-Batterien vorbereitet.
Der Feind war, trotz seiner Zuversicht, auch trotz aller Tapferkeit der Gegen-wehr, zurErkcnntniss derUnhaltbarkeit seiner Stellunggekommen. Schon am näch-sten Tage, noch lange ehe die Massregeln für die Wiederaufnahme des Kampfesgetroffen wurden, erschienen bald nach Mitternacht Parlamentäre Durando’s. Ercapitulirte, erhielt freien Abzug und die Österreicher zogen Vormittags in die Stadt ein.
So war das vcnctianischc Festland von der Insurrcction frei, und der Com-mandant des 2. Reservecorps Fcldmarschall-Lieutenant W e 1 d en konnte nun andie Blockade Venedigs schreiten.