Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
Seite
765
Einzelbild herunterladen
 

765

OREILLY, Andreas Graf von, General der Cavallerie, Inhaber des drittenClievauxlegers-Reg'iments, einem uralten irischen Geschlechte entsprossen, war am3. August 1742 zuBallenlogli inirlandgeboren. Er nahm schon nach den Iluberts-burger Frieden kaiserliche Dienste als Volentär im 54. Infan terie-Rcgimente, avan-cirte in wenigen Monaten zum Unterlieutenant und wohnte dem bayerischen Erb-folgekriege als Major und Flügel-Adjutant bei. Den Sturm auf Belgrad machteOReilly als Oberst-Lieutenant des reducirten Dragoner-Regimentes Modenamit, rückte 1790 zum Obersten und 1794 zum General-Major vor. Doch begannseine erspriessliche Thätigkeit erst mit dem Jahre 1796.

Am Vorabende der Schlacht von AmberghatteORcilly den Feind bei Tas-wangenzu recog-nosciren. Sobald er die Möglichkeit erkannte, ihn aus seiner Stellungzu verdrängen, unternahm er mit dem glücklichsten Erfolge den Angriff, der ihm sovollkommen gelang, dass er, dadurch aufgemuntert, mit anbrechendem Tage einenicht minder glückliche Attaque wiederholte und den Feind bis Toi n in gen zurück-warf. Sowohl hier als auch bei Castel, wo er das Commando über die unter denObersten von Levachic h und von Bourbon gestandene Vorhut führte, trugOR eilly durch Entschlossenheit und standhafte Beharrlichkeit, mit welcher er demheftigsten feindlichen Kanonenfeuer widerstand, viel zum Rückzuge des Feindesgegen Amberg bei. Auch bei der erfolgten Vereinigung der Haupt-Armee mit Feld-zeugmeister Graf W arte nsleben, wobei ihm ein Pferd unter dem Leibe verwundetwurde, war General OReilly thatkräftigst bemüht sich mit dem möglichstenNutzen verwenden zu lassen. Am 1. September 1796 erhielt der Graf den Auf-trag während des Gefechtes von Geisenfeid nach Ingolstadt zu rücken, um diedortige Bezatzungzu degagiren. Ungeachtet der Überlegenheit des Feindes erreichteer seinen Zweck und verschaffte dem General Freiherrn von Kerp en Gelegenheit,mit einem Theile der Garnison einen vortheilhaften Ausfall unternehmen zu lassen.

Bei der Vorrückung von U1 m griff ihn der Feind unvermuthet an, um sich einerAnhöhe zu bemeistern, von der das Vordringen der Armee behindert werdenkonnte; der unerschrockene General detachirte auf das Eiligste den Obersten GrafenPalffy von Kavanagh - Kürassieren mit 1 Division und 1 Batterie auf diesenPunct, und verhinderte nicht nur die Absicht des Commandanten der feindlichenVorhut, Generalen Desaix, sondern zwang ihn durch weiteres Vorrücken seineStellung zu verlassen. Als der Feind bei Rothweil den mit 6 Bataillonen und2 Schwadronen postirten Obersten von Immens nach längerer Gegenwehr zumRückzuge gezwungen hatte, wurde ORoi 11 y mit anbrechendem Morgen in Marschgesetzt, gegen jenen Ort eine Recognoscirung vorzunehmen. Er traf den Feind in2 Colonnen, griff ihn beherzt an und nöthigte ihn zur Flucht. Das gut angebrachteFeuer der Artillerie ORe i 11 ys erlaubte demFeinde nicht sich in Rothweil fest-zusetzen. Bei dem ferneren Vorrücken durch den Simons-Wald fand der tapfereGeneral bei seinem Anlangen in Bleivich (vor Waldkirchen) eine zahlreiche, ihm