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Elftes Kapitel.
hin, an des Mondes bleiche Scheibe, an die duftende Blüthe,wie viel lieber an ein Menschenhcrz, das denkt und fühltwie wir.
Bewegt von diesen Klängen sagte denn auch Herrvon Fernow zu dem unbekannten Nachbar, mit dein er fastwillenlos Geheimnisse tauschte:
„Was Sie da reden von Rang und Vermögen, durchdie Glück und Seligkeit zu erkaufen wären, ist ebenso un-richtig, als wenn Sie glauben, meiner Liebe habe cs ge-nützt, daß ich wohl etwas von diesen Gütern besitze.-
Vielleicht ist es Ihnen tröstlich zu vernehmen, daß' ich michder Dame, die ich liebte, lange Zeit kaum nähern durfte,und daß dieselbe jetzt — die Braut eines Andern ist."
„O!" rief der junge Mann und fuhr aus seinerStellung empor, „so sind Sie also auch unglücklich? Dastrifft sich eigenthümlich."
„In der That seltsam," cntgegnete Herr von Fernow,und mußte lächeln über dieses Zusammentreffen. Es ent-stand in dem Gespräch eine kleine Pause. Der junge Mannlehnte sich über die Brüstung und schaute in die Tiefe hin-ab, wo man jetzt nur noch schwarze Schatten und kaumsichtbar das Leuchten eines Wasserspiegels bemerkte.
„Wie lieb ist es mir," sagte er endlich, „daß ich hierwar, als Sie, mein Herr, kamen. Mein Herz war so voll,o so voll, daß es eine Wohlthat für mich ist, zu Jemandsprechen zu können, von dem ich überzeugt bin, daß