Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Zehntes Kapitel.

Ein Diner »nd zwei Freunde.

Der Zimmerarrcst des Kammerherrn von Wendenhatte schon ein paar Tage gedauert. Eigentlich war es keinArrest zu nennen, wenigstens konnte er von der Welt nichtso genannt werden, denn Se. Hoheit der Regent, taktvollwie immer, hatte am Tag nach jenem denkwürdigen Abendbei der Tafel sehr laut und deutlich gesagt:Wie ich höre,ist Baron Wenden erkrankt. Doch hat mir der Leibarztgesagt, das Unwohlsein sei nicht von Bedeutung und einpaar Tage sorgfältiger Pflege und Ruhe könnten da schonviel ausrichten." Diesem Ausspruche gemäß, war also derarme Wenden leidend und keiner vom ganzen Hose hätteden Muth gehabt über die Angelegenheit in einer anderenRichtung zu sprechen. Ebenfalls nach diesem AusspruchSeiner Hoheit fuhr der Leibarzt pünktlich gegen zehn Uhram Hause des Baron Wenden vor, trat zu ihm in's Zim-mer, fühlte seinen Puls, verschrieb ihm eine Limonade oder