Leuchtkäfer.
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er mich versteht. Ich habe wohl Verwandte, Freunde, aberdie begreifen meine Verhältnisse nicht, ihnen ist es vielleichtlächerlich, was mein Innerstes zerreißt. Sie aber müssen
mich verstehen; denn ich bin überzeugt, Sie kennen das,was man die hohe Welt nennt. Sie sind jung, vornehm,reich. Sie können mir Trost und Rath geben — nichtwahr, Sie sind jung, vornehm und reich?"
Während er das sagte, hatte er seine Hände zusam-men gelegt, und war dem Andern näher gerückt, nur miteiner leichten Bewegung, aus welcher man aber fühlenkonnte, wie sehr es dem Sprecher darum zu thun war,daß seine Rede an das Herz des andern dringe. Ebensoinnig und anschmiegend war der Ton seiner Stimme.
„Nach den gewöhnlichen Begriffen," beantwortete Herrvon Fernow die Frage seines seltsamen Nachbars, „habeich allerdings von den Eigenschaften, die Sie eben nannten,und wenn mich dieselben befähigen, Ihnen einen Rath zugeben, so bin ich gern dazu bereit. Lassen Sic mich hören."
„Von diesen Eigenschaften," sprach der Andere nacheiner Pause, „habe ich nur eine einzige. Ich bin jung.Aber ich besaß Muth und Kraft, uni mir eine Laufbahnzu schaffen. Ich bin Künstler, war ein geschickter und ge-suchter Holzschneider, und kann das sagen, da ich vorausschickte: Ich war es. Ein Unglücksfall lähmte mir dieFinger der rechten Hand, ich mußte mich nach eurer aride-ren Beschäftigung umsehen und wählte die Photographie.