Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
214
Einzelbild herunterladen
 

Zehntes Kapitel.

2U

Hausherrn und ebenfalls genaue Bekannte der Anwesenden.Man trat ein, man reichte sich die Hände, man stülpte dieHüte ans irgend ein Fantenil oder einen Divan, manfand das Aussehen des Kammcrherrn für einen Krankenunbegreiflich gut, man sprach über das Wetter, man erzähltevon einem Ritt, von einer Soiree, man warf einen ver-stohlenen Blick in den Spiegel, man war zufrieden mitsich selber, und als nun der Kammerdiener eintrat undmit leiser Stimme ankündigtc, daß servirt sei, ging inanin's Speisezimmer, setzte sich um den vortrefflich arrangirtenTisch und das Diner nabm seinen Anfang, verlies zwischenLachen und Scherzeit, unter vortrefflichen Schüsseln, aus-gezeichnetem Sauterne, Bordeaux und Rheinwein, und en-dete, wie gewöhnlich mit einem Frucht-Aufsatz von Ge-frorenem, mit Champagner und Tokayer.

Obgleich das Frühjahr schon angebrochen war, konnteman doch Abends im Zimmer noch ein leichtes Feuer er-trage», und die ganze Tischgesellschaft fand cs außerordent-lich comfortabel, als sie der Kammerherr in sein kleinesArbeitslokal führte, wo ein Kaminfeuer loderte, um welchessechs niedrige kleine Fauteuils standen, die so leicht aufihren Rollfüßen liefen, daß sic der geringsten Bewegungnach rechts oder links nachgaben und so die Conversationaußerordentlich erleichterten.

Der behagliche Aufenthalt, das muntere Gespräch,welches sich bei dem Dufte des Kaffees und dem Rauch