Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
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203
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Lin Tiner nnd zwei Freunde. 2(

führung irgend eines Planes handle, zu dem noch ein zu-verlässiger Mann gesucht würde, der Zutritt bei Hofe habe,war'so klar, das; es jedes Kind begreifen konnte. Damitaber stand der Baron an der Grenze seines Wissens. Das;ihm die Prinzessin an jenem Abend bei der bewilligtenAudienz Confidcnzen gemacht haben würde, daran war nichtzu zweifeln. Aber warum, sie mußte doch von seinemZimmerarrcst durch den Baron Nigoll erfahren haben!aber warum sprach sie nichts über die bewußte Angelegen-heit? Warum war Rigoll stumm wie ein Grab und spielteden Unbefangenen in einer wahrhaft beleidigenden Weise?

O, der Augenblick des Glücks, dem er so nahe ge-wesen, er war ihm unter den Händen entschlüpft, nndwenn er träumerisch aufwärts blickte, so sab er cs trügerischin alle Weiten hinansflattcrn, schillernd, glänzend, strah-lend: Aemter, Orden, Würden!

Wenn er so. in finstern, fast verzweifelten Gedankenans und ab schritt, wollte ihn der Glaube an seineTheorie vom Augenblick des Glücks verlassen; und dochhatte sich dieselbe an Fcrnow glänzend erwiesen. Hattedieser Kerl in den wenigen Tagen seit jenem verfluchtenAbend nicht ein ganz unverschämtes Glück gehabt? Warer nicht inzwischen Major und wirklicher Adjutant desRegenten geworden? Ja, man flüsterte sich mit ernstemKopfschütteln zu, er sei der allmächtige Vertraute undGünstling des Fürsten, der Regent habe ihm sein Herz ge-