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Zehntes Kapitel.
Jahren nicht gedacht. Dazwischen aber, und das war seineHauptbeschäftigung, vertiefte er sich in Grübeleien und dachteund dachte, bis ihm der Kops brannte, über die Ursacheseines Zimmcrarrestes. So unangenehm ihm dieser anund für sich war, so gab es doch Momente, wo er sichvor den Spiegel stellte, die rechte Hand unter seinem rothenSchlafrock ans der Brust verbarg und sich selbst mit einemtriumphircnden Lächeln anschaute. „Man fürchtet dich,"sprach er zu sich selber, „du hast dem Regenten imponirt,und daß dies geschehen, ist schon einige Tage Zimmer-arrest iverth. Wir werden uns revanchiren."
Daß das Lesen des kleinen Zettels und seine Unter-redung mit der Prinzessin mit seinem Arreste in Verbin-dung stand, war wohl möglich. Aber wie könnte der Re-gent so plötzlich davon erfahren haben? Sollte vielleichtFernow? . . . Bah! Fernow, ein guter Kerl, weder ge-macht, eine Jntrigue zu spinnen noch zu entdecken! Auchhatte derselbe ja gar keine Ahnung davon, daß überhauptetwas aus dem Papicrstreifcn zu lesen war. Ja, dieserPapierstreifen, auch er hatte dem guten Kammerhcrrn schonmanche Stunde des Nachdenkens gekostet. Was sollten dieWorte: „noch einen ganz zuverlässigen Mann, der Zutrittbat," eigentlich bedeuten? Er war da in ein Netz hinein-gerathcn, das sich um seine Füße gelegt hatte, und ihnselbst, der doch damit etwas Tüchtiges zu fangen gehofft,beinahe zu Falle gebracht hätte. Daß es sich um die Aus-