Ein Diner und zwei Freunde.
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Brausepulver und ging lächelnd wieder fort, nicht ohne einenleise gemurmelten Segenswunsch des vermeintlichen Kranken,der aber ungefähr lautete, als wenn ein gesunder Menschsagt: Hol' euch alle miteinander der Teufel!
Daß täglich zwischen zwei und drei Uhr einer derLakaien vom Dienste sich bei dem Bedienten des Kammer-Herrn einfand, um sich im Allerhöchsten Aufträge nach dessenBefinden zu erkundigen, verstand sich von selbst, und, aufdiesen Rapport gestützt, unterließ der Regent nie, den Freun-den des Kammerherrn die trostreichen Worte zu sagen, dieBesserung mache beständige, wenn auch langsame Fortschritte.
Daß sich der Kammerherr zu Hause bedeutend lang-weilte, brauchen wir eigentlich dem geneigten Leser nicht zusagen. Seine ganze Philosophie hatte ihn verlassen, under schritt in seinem Zimmer ingrimmig auf und ab, wieder gefangene Bär in der Menagerie. Er kam sich vorwie ein gefesselter Adler, obgleich er in Wahrheit mit demweißen glatten Gesichte, den anliegenden Haaren, dem rochenzugespitzten Munde, den großen, etwas hervorstehenden Au-gen und dem watschelnden Gange seiner ziemlich corpulentenFigur viel mehr Aehnlichkeit mit einem gefangenen Gänse-rich hatte. Am ersten Tage seines unfreiwilligen Zuhause-bleibens lag er den ganzen Tag auf seinem Ruhebette, hattedie Vorhänge herabgelasscu und las: „Der letzte Tag einesVerurtheilten" von Victor Hugo. Daun hatte er Briefe ge-schrieben an Freunde und Verwandte, an die er seit langen