Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
157
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Ein photographisches Atelier.

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Seht, Krimpf," sprach jetzt die alte Frau mit er-zürntem Tone,ich kann nicht begreifen, wie es Euch einVergnügen machen kann, meinen Sohn mit so lächerlichenSachen zu quälen. Was kümmert es die arme Rosa, wennda drüben wirklich ein junger Mann am Fenster steht undseine Thorheiten treibt? Sie wird nicht nach ihm schauen,wird in ihrer Küche beschäftigt sein oder mit ihrer Stroh-flechterei. Wie könnt Ihr Euch einbilden, daß sie jetzt ge-rade auch am Fenster unter uns stehe? Kennt Ihr die alteWeiher so schlecht? Die hat Augen wie ein Falke, und Rosawürde schön ankommen."

Daß die alte Weiher Augen wie ein Falke hat, da-ran habe ich noch nie gezweifelt," versetzte der Maler miteinem geringschätzendcn Seitenblick:doch nicht für ihreTochter. Da ist sie, um in Eurem Gleichnis; fortzufahren,blind wie eine Eule, sonst müßte sie die Geschichte schonlange gemerkt haben. Schon lange!"

Nein, daS ist nicht möglich," knirschte der jungePhotograph.Rosa kann nicht am Fenster sein und dahinüber sehen, das kann und wird sie mir nicht anthun.Es ist eine Schande, daß ich nur einen solchen Gedankenhatte. Von Euch finde ich es begreiflich, Krimpf," setzte erin säst verächtlichem Tone hinzu.

Diese Bemerkung kann mich gar nicht anfechten, ichbin meiner Sache gewiß," flüsterte der brave Krimpf vorsich hin.