Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
156
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Auch Frau Böhler war hinter ihren Sohn getreten,und das sonst so wohlwollende Gesicht der alten Frau hattesich finster überzogen. Daß Jemand drüben am Fensterwar, darin hatte der Maler allerdings Recht; und wennder geneigte Leser mit uns hinüberschauen will, so bemerkter einen der Fensterflügel im ersten Stock geöffnet; an dem-selben steht ein Fauteuil, und auf diesem recht ein jungerMann in rothem Schlafrock, der den Arm auf die Brüstunggestützt hat, den Kops in die Hand gelegt, und zwar so,daß der Zeigefinger derselben an seinen Lippen ruht. Der-jenige Mann ane Fenster hat sein blondes Haar glatt anden Kops gestrichen, Kinn und Wangen sind sorgfältig ra-sirt, den seinen Mund hat er lächelnd zusammen gezogen,und die lebhaften Augen fixeren sich scharf aus eincie Punktihm gegenüber. Der junge Mann im Schlafrock ist unserBekannter, der Kammerherr von Wenden, der sich in seinemHausarrest außerordentlich langweilt und sehr vergnügt zusein scheint, in der Nachbarschaft ein vorübergehendes Amü-sement gefunden zu haben.

Der Photograph fuhr mit der Hand heftig in seinlockiges Haar und preßte sie dann an seine Stirn; Ver-jünge Mann gegenüber lächelte freundlich herüber, nickte auchleicht mit dem Kopfe, und jetzt kam auch das Blumenbou-guet zum Vorschein, von dem der Maler gesprochen.Nun?" fragte dieser abermals.Habe ich Recht oderUnrecht?"