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Achtes Kapitel.
„Und ich will mich überzeugen," sagte entschlossenHerr Böhler. „Das Fenster der Schlafkammer ist offen.Wenn ich mich Vorbeuge, kann ich hinabschauen, und ichwill es denn in Gottes Namen für dieses Mal thun, umden Krimpf zum Stillschweigen zu bringen. Bleibt hier,Mutter," fuhr er fort, als er, sich umwendcnd, sah, daßihn die alte Frau begleiten wollte.
„Aber ich sollte eigentlich mitgehen," meinte der Ma-ler, und dabei lächelte er auf ganz eigcnthümliche Art undkniff die Augen so zusammen, daß nur noch ein paar Blitzeherausschoffen; „ich sollte eigentlich mitgehen, sonst ist diePartie vollkommen ungleich."
Der Andere war aber schon in das Nebenzimmer ge-treten und hatte sich mit klopfendem Herzen dem Fenstergenähert. Er wußte nicht wie es kam, daß er nur müh-sam Athem schöpfen konnte, und daß das Blut wie imFieber durch seinen Körper raste. — Jetzt stand er amFenster. Ehe er aber hinabblickte, faßte er mit der Handkrampshast die Brüstung.
O, warum mußte der Maler Recht haben! Warumstand Rosa jetzt gewiß und wahrhaftig am Fenster! Warumlehnte sie sich heraus, daß er dsutlich ihr volles, schönesHaar sah, ihren Hals, ja die schlanke Taille und ihre kleineHand, mit der sie leicht das Fensterkreuz gefaßt hielt undso aus dem erhobenen Arme ihren Kops ruhen ließ. Erhätte hinausschreien können; er hätte wie ein Kind weinen