Ein Augenblick des Glücks. 121
weit genug entfernt stand, um mich Ihnen nicht nähern zumüssen."
„Sie mißgönnten mir mein Glück," sagte sie miteinenr Tone, der Jedem hätte auffallen muffen, einem Tone,der dem jungen Mann in das Herz schnitt.
„Ich würde Ihnen kein Glück der Erde mißgönnen,nicht das größte; aber ja, Sie haben Recht, ich mißgönneIhnen ein Glück, das mich — so unsäglich unglücklichmacht."
„Also sind unsere Begriffe von Glück so sehr ver-schieden ?"
„Verschieden und doch ganz dieselben, wenn ich denEmpfindungen meines Herzens glauben darf. Aber dieIhrigen, Fräulein Helene, sind freilich ganz anders."
„Ja, meine Begriffe von Glück sind ganz anders,Herr von Fernow," sagte die junge Dame mit leiser Stimme,„ganz anders als das Glück, das sich mir darbietet."
„So würden Sie also unglücklich sein?" fragte erhastiger.
„Und wenn dem so wäre? Sehen Sie für mich eineMöglichkeit, glücklich zu werden? — — Doch wozu diesesseltsame Gespräch?" setzte sie rasch hinzu, „diese qualvollenReden, die mich nicht erfreuen und auch Sie nicht glücklichmachen können."
„Und doch, Fräulein Helene, bei Gott im Himmel,Ihre letzten Worte haben mich glücklicher gemacht, als ich