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1 (1857)
Entstehung
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Viertes Kapitel.

Der Einzige, der die tiefe Blässe des jungen Mäd-chens zu verstehen schien und sie mit inniger Theilncchmcbetrachtete, war übrigens Se. königl. Hoheit, der Regent.

Er wußte vielleicht, was in ihrem Herzen vorging; er be-rechnete vielleicht oder sah es in ihren seltsamen Blicken, das;die Kraft desselben nicht lange mehr anhalten würde. Inseiner wirklich chevalcreskcn Manier näherte er sich demFräulein und bot ihr seinen Arm, indem er nicht ohne einenleisen Anflug von Ironie sagte:

Man freut sich zu sehr über Ihr Glück. Ich muß

wahrhaftig in's Mittel treten, um Sie vor den Gratula-tionen zu retten, die im Stande sind, Sie zu erdrücken."

Es war ein Blick inniger Dankbarkeit, mit dem dasarme Mädchen ihre Hand auf den Arm des Regenten legte;dann machte sie rings umher eine graziöse Verbeugung und ^athmete tief auf, als der Herzog sie in das Nebenzimmergeleitete bis zur Thür, welche in die Gemächer der Prin-zessin führte, und sie dort freundlich entließ.

Herr von Wenden war Einer von den Wenigen, die sichbei der allgemeinen Gratulation begnügt hatten, von ihremPlatze aus ein freundlich grinsendes Gesicht zu zeigen; dabeihatte er sich aber bemüht, sich der Prinzessin, so sehr cs ihmmöglich war, zu nähern, und er hatte hinter den Fenstervor-hängen so gut manövrirt, daß er nun Ihrer Durchlaucht, alsdiese, um den fortwährenden Gratulationen zu entgehen, sichabermals gegen das Fenster wandte, ganz nahe gegenüber stand.