Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
75
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Da er Einer von den Gerngeschenen war, auch diePrinzessin seinen in der That scharfen Verstand anerkannte,so zeigte sie in ihren Mienen, daß es ihr nicht unlieb war,gerade ihn hier zu treffen. Sie schmiegte sich in die Eckeder tiefe» Fensternische und winkte dem Kammcrhcrrn mitden Augen, ihr zu folgen. Es sprang ein recht boshafterBlitz aus ihren Blicken, als sie mit einer bezeichnenden Be-wegung nach den inncrn Zimmern zu sagte:

Was meinen Sic wohl? Wie viel Procent unsererGratulanten haben anders gesprochen, als ihre Herzendachten?"

Recht viele, Euer Durchlaucht," erwiderte der Kam-merherr,und auch ich muß mich ihnen anschließen. Auchich gratnlire, aber ich gratulire nur dem Baron Rigolt, dersein Glück in so gute Hände legte."

Ah was!" versetzte die Prinzessin, indem sie dieOberlippe höhnisch aufwarf;an dessen Glück habe ich wahr-haftig wenig gedacht."

Also an das des Fräuleins von Ripperda?" entgegneteder Kammerherr mit einer eigcnthümlichen Betonung.

Finden Sie die Partie nicht vortrefflich?"

So vortrefflich, das Ganze so gelungen, daß ich michglücklich schätzen würde, wenn Eure Durchlaucht einmal dieGnade haben wollten, auch mein Glück in Allerhöchst IhreHand zu nehmen."

Die Prinzessin warf dein Sprecher einen forschenden