60
Drittes Kapitel.
Bissen nimmermehr an ihren Bestimmungsort. Leider findetsich die Nachbarin zur Rechten veranlaßt, anderer Meinungzu sein.
„Wie, ms ollere Lsromie!" ruft sie aus und dabeilehnt sic sich so stark vorn über, um ihre Nachbarin besterzu sehen, daß, wenn ich jetzt meinen rechten Arm gebrauchenwollte, es gerade aussähc, als wollte ich ihr die Aus-sicht versperren. Hand, Gabel und Bisten bleiben also aufhalbem Wege stehen. — „Ich finde das Stück ein Horreur,Sie werden nur verzeihen, ms ollere Lsronne, ich bitteSie!" Damit wendet sie sich zu mir: „Wollen Sie eineAufführung, wie die des jungen Grafen, — sein Vater istallerdings nur ein Banquier — selbst in der Komödie recht-fertigen? — Wollen Sie das? — Können Sie das?" —
„O Gott! ich möchte wohl, aber ich kann ja nicht."
„Er verläßt am Tage der Verlobung seine Braut, einMädchen von sehr guter Familie, um mit einer früherenLiaison davon zu gehen!"
„Aber er hat doch einige Gründe dafür gehabt" wageich zu sagen. — Ich weiß wohl, ich habe mit dieser Be-merkung Oel ins Feuer gegossen, will aber nur die jetztaufprafsclnde Entgegnung benutzen, um endlich meine langgehegte und gewiß verzeihliche Absicht zu erreichen; aber ichhabe falsch gerechnet. Während meine Nachbarin mir aller-dings in eifriger Rede die Horreurs des Stücks auseinander-setzt, hat sie die Bosheit, ihre rechte Hand auf meinen