S8
Drittes Kapitel.
die Kenntnisse der Herzogin. — „ämour Eensee!" sagteneilt paar alte, dürre Staatsräthe in vierstöckigen weißenHalsbinden, und — „ämour olldnsöe!" wiederholte schmerz-lich der junge Ordonnanzoffizier mit einem tiefen Seufzer. —
— ^mour olleimee. — —
Es war ein Glück, daß in diesem Augenblick die Uhrüber dem Kamin hell und vernehmlich sechsmal anschlug:sonst wäre wahrscheinlich die ämour ollensee zu einem all-gemeinen Gesprächsthema geworden von sehr gefährlichenFolgen.
— Sechs Uhr. — Die Flügelthüren öffneten sichschneller als gewöhnlich, und der erste Kammerdiener desRegenten machte gegen Seine Königliche Hoheit eine tiefeVerbeugung, worauf dieser eine freundliche Handbewegunggegen die Prinzessin machte, die sich auch alsobald erhobund gefolgt von ihren Damen dem Speisesaal zuschritt.Dabei blieb sie aber wohl ein dutzendmal, wenn auch nurauf einen ganz kurzen Moment, stehen, schaute nach Diesemund Jenem, fragte Dies und Das, und wandte sich dabeiso geschickt um sich selbst, daß der aufmerksamste Beobachterkaum des Fehlers an ihrem Fuße gewahr worden wäre.Der Regent, scheinbar in angelegentlichem Gespräch mit demMinister des Hauses, ließ säst die ganze Gesellschaft voran-gchcn, ehe auch er in den Speisesaal trat. An der Thürestand, ihn erwartend, noch immer Herr Kindermann, dererste Kammerdiener, den Herzog niit einer tiefen Verben-