Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
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Diner bei Hofe.

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Schwester für ihre Zukunft besorgt bin und weis; ebenso, wieumsichtig und prüfend ich zu handeln pflege/'

Gewiß, Eure Durchlaucht," erwiderte das jungeMädchen und beugte sich abermals und so tief auf die Prin-zessin herab, daß weder der Obcrstjägermeistcr noch der Beo-bachter hinter dem Vorhänge in diesem Augenblicke ihr Ge-sicht zu scheu im Stande war.

Herr von Fernow war übrigens bei dein Cercle, dender Regent hielt, sowie bei der kleinen Scene am Fauteuilder Prinzessin aus uns bekannten Gründen nicht der einzigescharfe Beobachter,' wogegen er der Einzige war, der dieMiene des Baron Rigoll verstanden, sowie die Worte derHerzogin gehört. Er mußte alle seine Ruhe zusammen-nehmcn; er mußte sich zehnmal in's Gedächtnis; zurückrufen,wo er sich befände und daß vielleickt manches Augcnpaar,welches früher von seinen Bewerbungen um Helene etwasgesehen, jetzt ebenso aufmerksam auf ihm ruhe, wie seineBlicke auf der Gruppe an dem kleinen Fauteuil.

Obgleich Herr von Wenden anscheinend auf die unbe-fangenste Art von der Welt bald mit diesem, bald mit jenemsprach, sich auch soviel als thunlich zwischen den Herrenund Damen bewegte, so hingen doch seine Blicke fast be-ständig an dem großen Blumensträuße, den er in Gedankenrastlos umkreiste, wie die Biene, die so eben zu dem offenenFenster hercingcsummt war.

Schon oft hatte sich dieser oder jener, namentlich aber