Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
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Drittes Kapitel.

cm großer, eher starker als schlanker Mann, zwischen vierzigund fünfzig Jahre alt, mit einem offenen, Zutrauen er-weckenden Gesichte, dem die gewölbte Stirn mit dcir dunkelnAugenbrauen, darunter der lebhafte Blick des Auges, vorAllein aber ein gewisser, nicht unliebenswürdiger Zug umden Mund einen starken Ausdruck von Entschlossenheit undKraft gaben. Hätte sich das ehemals dunkle Haar nicht hieund da mit einem leichten, grauen Schimmer bedeckt, sowürde man den Regenten für jünger gehalten haben als erin der That war. Er 'sprach sehr bedächtig und mit Nach-druck, und ebenso waren alle seine Bewegungen, letztereübrigens mehr aus Zwang und Angewöhnung, was daherkam, daß ihn er hatte längere Zeit in fremden Kriegs-diensten gestanden der Stich eines Lauzenreitcrs ziemlichschwer an der Hüfte verwundet hatte, wovon, wenn auchkeine Lähmung, doch so viel zurückgeblieben war, daß derRegent sich langsam wenden, überhaupt vorsichtig bewegenmußte, um keine Schmerzen zu empfinden.

Unter den Damen der Prinzessin befand sich ein nochziemlich junges Mädchen, ebenfalls schwarzgekleidet, welchesihre Gebieterin in Allem, was das Aeußere anbelangte s sototal überragte, daß man nicht begriff, wie Ihre Durchlauchtsich gerade dieses zur beständigen Begleiterin und zur Ver-trauten erwählt habe, Fräulein Helene von Ripperda.Sie war in der That auffallend schön und dabei von einerwohlthuenden Schönheit. Ihre Augen sprachen verständig,