Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
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Diner bei Hofe.

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war, hatte sic auch augenblicklich ihre ganze Handlungsweisegeändert, stellte sich mit dem Regenten scheinbar auf einensehr guten Fuß,, knüpfte aber unter der Hand nach allenRichtungen ihre geheimen Fäden an, um sich eine mächtigePartei des Hofes geneigt und dienstbar zu erhalten. Wohlniemand sah der Entbindung ihrer Schwester mit so pein-licher Spannung entgegen, wie sie. Ward dieser ein Sohn,ein Thronerbe geschenkt, so hieß es nur ruhig eine Reihevon Jahren abwarten, um dann aufs Neue die Zügel derRegierung zu ergreifen, was der Prinzessin um so leichterwurde, als die verwittwete Herzogin, obgleich die ältereSchwester, eine ruhige, stille und lenkbare Frau war.

Obgleich es die Prinzessin liebte mit den geistreichen,sowie auch mit den elegantesten Männern des Hofes imfortwährenden scherzhaften kleinen Kriege zu leben, einemKriege, der aber für beide Theile leicht gefährlich werdenkonnte; obgleich sie sich in jeder Beziehung mit der größtenFreiheit bewegte und, von Hause aus ungeheuer reich, sozu sagen ihre eigene Hofhaltung hatte, obgleich sie viel inselbstgewähltcn Kreisen lebte und sich ihre kleinen Gesell-schaften und Partien ganz nach Gutdünken und mit größterFreiheit zusammcnstellte, so wußte doch die schlimmste allerschlimmen Zungen bei Hof in der angedcuteten Richtungüber das Leben der Prinzessin nicht das geringste Nachthciligeauszusagen.

Hinter der Prinzessin trat der Regent in den Saal,