Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
44
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bediene sich bei dergleichen Veranlassungen sogar eines Traucr-corsetts. Bei den Herren sah man die allgemeine Trauernur an den schwarzen Handschuhen und einem leichten Flor umden Arm, denn der schwarze Frack erleidet ja keine Verände-rung und ist beständig eher ein Gewand der Trauer als derFreude zu nennen. Wohlthuend waren die zahlreichen glän-zenden Uniformen zwischen den vielen schwarzgekleideten Herrenund Damen.

Wenige Minuten vor sechs Uhr öffnete sich die Thür,welche zu den inneren Gemächern der Prinzessin führte, undals diese heraustrat, hinter ihr Sc. Hoheit der Regent, ver-stummten die flüsternd geführten Gespräche und man hörte nichts,als das Rauschen der Damenkleider bei der allgemeinen tiefenVerbeugung, die nun erfolgte, sowie das leichte Klirren derSporen, wenn sich die Absätze der Offiziere vorschriftsmäßigzusammcnfanden.

Die Prinzessin Elise war eine ganz eigenthümliche Er-scheinung. Bei einer Prinzessin ist das Alter nicht gut zuverschweigen; der offiziell indiscrete gothaische genealogische Ka-lender sorgt schon dafür, daß uüs die Geburtstage sämmt-licher höchsten und allerhöchsten Damen nicht verborgen bleibener entdeckt uns also auch, das; die Prinzessin Elise scchsund-zwanzig Jahre alt war. Ihre Gestalt mußte man klein nennen.Sic war zierlich gewachsen, hatte eine tadellose Taille undeine reizende Art, ihren Kopf auf den Schultern zu tragen.Dieser Kopf besaß volle blonde Haare, die leicht und graziös