Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
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Ein kleiner Papierstreifcn.

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lächelte:Wer weiß, ob ich nicht im Stande bin, diese meineTheorie an mir selbst zu beweisen!"

So hast du das Glück erfaßt?" ries lachend der Offizier.

Wer weiß? Vor der Hand nur ein kleines Papier, sorg-fältig zusammcngerollt, und nicht ohne Absicht am Stiele einerNosc verborgen."

Bah! ein Papier! Ich fürchte, du wirst mir deinen Be-weis schuldig bleiben. Das ist wahrscheinlich ganz absichtslosda hineingekommcn."

Bei Hofe geschieht dergleichen nie absichtslos," ' ent-gegnete der Kammerherr, indem er sich bemühte, den Strei-fen auszuwickeln.Sehen wir erst, ob etwas darauf ge-schrieben ist."

Natürlich. Das ist die Hauptsache."Nun?"

-Keine Silbe."Das ist ein schö-

nes Glück."

Das Papier, ein kleiner kaum fingerlanger und ebensobreiter Streifen, war in der Thal unbeschrieben. Herr vonFernow und vielleicht mancher Andere hätte ihn für eine Phan-tasie des Gärtners gehalten und unbeachtet auf die Seite ge-worfen; der umsichtige Kammerhcrr aber gab das vermeintlicheGlück nicht so leicht auS der Hand. Er drehte den Papierstreifcnnach allen Seiten, betrachtete seine Ränder, ob sich dort nichtvielleicht Einschnitte befänden, die etwas zu bedeuten hätten,und als sich gar nichts dergleichen zeigte, hielt er ihn zum letztenVersuch ausgespannt gegen das Tageslicht.