Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
36
Einzelbild herunterladen
 

36

Zweites Kapitel.

stand, um dir, wenn auch verborgen, entgegcnzutrcten. Ichgestehe dir, es liegt was Aengstliches, etwas geisterhaft Un-heimliches in dem Glauben an meine Theorie; aber ich halteihn fest und unerschütterlich und hege die vollkommenste Ucber-zeugnng, das; ich, wenn einmal der richtige Augenblick gekommenist, das Glück erfassen werde, sei cs bei einer alte» Landkutsche,sei es, das; ich ineine Hand zum Fenster Hinausstrecke, sei es,indem ich mit meinen Fingern, wie ich jetzt thuc, in dieses Bln-

menbouquet faste.-Wie gesagt, ist der rechte Moment

gekommen, so ist dort mein Glück verborgen, und---

ich halte es."-

Der Ordonnanzoffizier hatte seinen Gefährten lächelndangeschant, als dieser in einer wahren Extase den eben er-wähnten Satz sprach bis zu den letzten Worten. Als eraber das:Ich halte es" mit so plötzlich verändertem Tonesagte, langsam, kann; vernehmlich, da konnte Fcrnow nichtumhin, jenem verwundert in das Gesicht zu blicken, denndie ohnedies blassen Wangen des Kammerherrn wurden fasterschreckend bleich, als er die Hand in das Blumenbouquethineindrückte, und daraus flammte eine tiese Röthe bis zuseinen Augen empor.

Zum Teufel, was gibt es denn?" fragte bei diesemAnblick Herr von Fcrnow.Hast du dich beim Ausüben deinerTheorie an einem Dorn geritzt, oder was ist geschehen?"

Herr von Wenden hatte unterdessen die Hand aus demBouquet wieder hervorgezogen und sagte, indem er mühsam