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Zweites Kapitel.
„Nim, du findest nichts?" fragte der Ordonnanzoffizier,und da er in diesem Augenblick an den: Fenster stand, so be-trachtete er von seiner Seite den kleinen Papierstreifen ebensogenau. Hätte er seine Augen nicht so fest darauf gerichtet ge-habt, so würde er vielleicht bemerkt haben, wie über die Zügeseines Gefährten etwas wie ein Helles Licht fuhr, etwas, wieein Blitz, wie ein freudiger Glanz, das aber ebenso schnell ver-schwand, wie es gekommen und nur eine, wenn auch affectirteGleichgültigkeit auf den Zügen zurückliest.
„Wie gesagt, nicht die Spur," sagte der Kammerherrnach einem augenblicklichen Stillschweigen ; „cs ist in der Thatmöglich, dast ich mich geirrt habe."
„In dem Papier?"
„Ich glaube wahrhaftig, du hattest Recht. Irgend eineSpielerei des Gärtners."
Darauf nahm er das Papier leicht zwischen die Fingerund rollte es sorgfältiger wieder zusammen als — die Spielereieines Gärtnerburschen vielleicht verdient hätte. Das mochteauch der Ordonnanzosfizier denken; doch hielt er es mit einen:Male für bester, er wußte selbst nicht warum, diesem Gedankenkeine Worte zu leihen, sondern warf nur leicht hin:
„Und willst du cs wieder an seinem früheren Platz zwi-schen die Blumen verbergen?"
„Warum nicht?" sagte der Kammerherr mit einemleichten Achselzucken; „entweder ist cs, wie schon gesagt, dieSpielerei irgend eines Gärtncrburschcn oder cs ist vielleicht