Druckschrift 
1 (1857)
Entstehung
Seite
26
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des kürzlich verstorbenen regierenden Herzogs. Die verwitweteHerzogin bewohnte den südlichen Flügel des Schlosses, und imPartcrrestocke, wo unsere Geschichte beginnt, waren die Gemächerdes Regenten, der, ein Onkel des verstorbenen Herzogs, imjetzigen Augenblicke das Haupt der Familie und der Herrscherdes Landes war. Wir sagen: im jetzigen Augenblicke; denn dieverwitwete Herzogin besand sich in interessanten Umständen unddie wichtige Frage war, ob die arme, unglückliche Fraü einemPrinzen oder einer Prinzessin das Leben geben würde; im erstenFall war ein rechtmäßiger Thronerbe da, im andern dagegenwurde der Regent dem salischen Gesetz zufolge, regierender Her-zog des Landes.

Das; unter diesen Verhältnissen der Hof in zwei großeParteien gespalten war, ja, daß diese erbittert und feind-lich einander gegenüber standen, brauchen wir eigentlich ebenso wenig zu sagen, als mit welch' namenloser SpannungLand und Hof der Niederkunft der verwitweten Herzogin ent-gegen sah.

Während der Ordonnanzoffizier an's Fenster trat, um jetztauch dem Gewühl aus dem Schloßplatz einen Blick zu schenken,blieb der Kammerherr an der geschlossenen Thür stehen, stemmtebeide Arme in die Seiten und sagte, bedeutsam mit dem Kopsenickend:

So oft ich dieses Zimmer in der jetzigen schweren Zeitbetrete, sehe ich immer Ihre Durchlaucht, chie Prinzessin Elise vormir, wie sie auf- und abwandelt und in ihrem kleinen, aber