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6 (1830)
Entstehung
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in seinen spätcrn Lebensjahren.

durch eine Gedächtnißfeier auszuzeichnen. Von da an ist seinAnsehen wieder groß, und sein Name herrlich geworden; manhat ihn auch wohl hoch über Luther gestellt, wobei man zuvergessen schien, daß von diesem die große Bewegung ausging,welche die Kirche neu gestaltete, daß alle andern Kräfte, welchedazu mitwirkten, wie ausgezeichnet und einflußreich sie sein moch-ten, doch in der That als untergeordnete erschienen, daß fernerwir weit mehr die Gnade und Weisheit Gottes, der zwei sotreffliche Männer von hervorragender Eigenthümlichkeit zu EinemWerke verband, bewundernd preisen, als richten und mäkeln soll-ten, welcher von Beiden der Größere war, daß endlich gar wohlEiner dem Andern in Einigem überlegen sein konnte, ohne deß-halb schlechthin als der Größere bezeichnet werden zu müssen.In neuerer Zeit hat man nicht selten ihm einen Hang zum Ra-tionalismus beigemessen, und deßhalb ihn hier angeklagt, dortgerühmt und sich auf ihn berufen. Allerdings war ihm eine dia-lektische Auffassungs- und Darstellungsweise der christlichen Lehreeigen; er entwickelte sie meist mehr scharf als tiefsinnig, und nichtohne Grund warnte ihn Luther mehrmals vor seiAer Neigungzum Acistotelismus; aber er stand fest auf unerschütterlichem Glau-bensgrunde, hielt treu an der Wahrheit der göttlichen Offenba-rung, und sein gläubigfrommes Gemüth, in der Liebe den Glau-ben bewährend, war noch weit besser, als sein mit Geist undGelehrsamkeit, mit unermüdlichem Fleiß und redlichem Strebenklar und gründlich sich sortbildendes Lehrsystem.

Melanchthon hinterließ zwei Kinder und einige Enkel;sein zweiter Sohn, den er nach dem geliebten, ihn überlebendenBruder Georg nannte, starb schon im zweiten Lebensjahre; seineTochter Anna, an den unruhigen Sabinus vermählt, den siezärtlich liebte, weßhalb der Vater, obwohl nicht ohne Besorgnißzu ihrer Vecchlichung seine Einwilligung gab, was er nachheröfter bereute, war Mutter einiger Töchter, die in seinem Hauseerzogen wurden und sein Alter erheiterten. Der ältere Sohn,Philipp, war an Gutmüthigkeit, aber nicht an Geist dem Va-ter gleich; er widmete sich der Rechtskunde, verehlichtc sich imJahr 1550, ward Protonotarius an der Universität und an demEonsistorium zu Wittenberg, wo er als ein achtzigjährigerGreis kinderlos starb. Die zweite Tochter, vcrehlicht an den ge-