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Philipp Melanchthon
Schätze sammeln und sein Herz damit belasten. In der Thalwar er, obwohl in andern Dingen sehr zu Sorgen und Beküm-mernissen geneigt, am wenigsten um das Zeitliche bekümmert,vielmehr darin allzu sorglos und nachlässig, und da seiner Gat-tinn derselbe Fehler eigen war, so gericthen sie nicht selten inhäusliche Verlegenheit. Diese würde noch häufiger und größergeworden sein, wofern nicht sein treuer Johann den Hausstandbesorgt, die Rechnung geführt, einige Ordnung erhalten, undmanchmal, wenn Melanchthon durch Mildthätigkeit seine Kaffeganz zu leeren geneigt war, den Vorrath verheimlicht hätte.Wenn alles Geld erschöpft war, nahm er wohl seine Becher undandres Silbergeschirr, und trug cs zu einem Kaufmann, unbe-kümmert, ob er den wahren Werth dafür erhielt. Gehaltsver-befferungen lehnte er mehrmals ab und wandte sie lieber Andernzu, die ihm bedürftiger schienen, oder würdiger, oder eifrigerdarum sich mühten. Doch hätte er bei seinem für jene Zeit hin-reichenden Einkommen nie Mangel empfunden, zumal von allenSeiten Geschenke, oft sehr ansehnliche, ihm zuströmten, wennsein Hauswesen bester geordnet, und er selbst nicht allzu freigebigund gegen Hab' und Gut glcichgiltig gewesen wäre. Für sichselbst bedurft' er wenig; denn so sehr er Bücher liebte, und sogern er sie sammelte, so erhielt er doch viele ohne Aufwand, weilViele eine Freude daran fanden, ihm, was er wünschte, mitzu-theilen; in seiner Kleidung war er eben so einfach, wie in seinerNahrung; jene behielt immer dieselbe Form; es war ein weites,bis auf die Füße herab gehendes, den ganzen Körper verhüllendesObergewand, in Gestalt eines Pfarrrockes, mit langen Aermeln;von gemeinem Stoff; einen feinem zu wählen ließ er sich niebewegen; nur eines nicht zu kostbaren Pelzwerks bediente er sichgern, weil er meinte, feinen Körper warm halten zu müssen.Da aber sein Zimmer stets und Allen offen stand, und Geld,Bücher, Schriften, Briefe, deren, täglich viele einliefen, offenund ungeordnet umher lagen, so ward ihm Vieles entfremdet. Erbeachtete das nicht, und beklagte sich kaum, wenn er einmal Et-was vermißte. Seine Mildthätigkeit und Freigebigkeit kanntekeine Gränzen; lieber verschwendete er reiche Gaben an Unwür-dige oder Unbedürftige, als daß er irgend Einem, der bei ihmHilfe suchte, oder dem er eine Freude machen konnte. Etwas ver-sagt hätte. Es wurden ihm viele goldene und silberne Münzenund Medaillen, alte und neue, oft kostbare und seltene, von sei-nen Gönnern, Verehrern und Freunden geschenkt; der Erste, der