Druckschrift 
6 (1830)
Entstehung
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Auslegung des cinundfunfzigstcn Psalms.

Tröste mich wieder mit Deiner Hilfe, und derfreudige Geist enthalte mich!" Er bittet zunächst umTrost in jedem Leiden und im Kreuze, welches auf die Bekeh-rung folgt. Das ist deutlich; es ist die Hilfe, die Errettungvon Hölle und Tod; cs ist ein solches Leben, welches Freudig-keit in Gott empfindet.Mit Deiner Hilfe" sagt er, weilsie von Gott kommt. Den Geist nennt er einen freudigenGeist, deshalb, weil der heil. Geist das Herz bewegt, daß esGott im Kreuze willig gehorche und es kräftigt, damit es imStande sei, die Last der ihm aufgelegten Noch und Leiden zuertragen. So gehorcht Laurentius willig, und erduldet dieTodesmarter. David unterwirft sich bereitwillig, da er ausdem Lande vertrieben wird. Saul zürnt mit Gott, da er seineSiege und seinen Thron auf einen Andern übergehen sieht. Ansolchen Beispielen kann man sehen, um was er bittet, wenn erden Geist einen freudigen Geist nennt, nämlich um einen Geist,der da willig gehorsam, stark und muthig sei, um Leiden undTrübsale erleiden zu können.

Denn ich will die Uebertreter Deine Wege lch- ^ren." Es ist gewöhnlich, daß man bei einer Bitte seiner Dank-barkeit Erwähnung thut, so wie man auf ähnliche Weife auchden Nutzen als Grund für sich geltend macht. In der Kircheaber hat jede Errettung und Erlösung hauptsächlich die Zwecke,daß Gott Zeugnisse von Sich und Seiner Lehre gebe, und daßwir Gott dankbar preisen, die Lehre um so eifriger durch Be-kenntnis und Unterricht ausbreiten, damit Viele zu Gott bekehrtwerden sollen. Diese eigenthümlichen Zwecke schließt er hier andie Bitte an, weil man sie nothwendig verfolgen muß, wie oftin den Psalmen gesagt wird, z. B.:Ich werde nicht ster-ben, sondern leben und des Herren Werk verkündi-gen" (Pf. 118, 14.); und:Du hast meine Bande zer-rissen; Dir will ich Dank opfern." (Ps. 116, 16. 17.) >

Errette mich von den Blutschulden!" Wiederho-lung der Bitte und des Dankes. Er bittet aber hier nament-lich um Linderung der Strafen; denn das Bild in dem WorteBlut" deutet Todesstrafe an. Indem er daher um Rettung .

von Todesstrafen flehet, bittet er, daß seine Strafen gelindert ^

werden möchten, damit er nicht aus einer Sünde in die andere j

stürze, und zuletzt der Last seiner Sünden und Strafen unter- ^

liegend, wie Saul, Pharao u. A. in ewige Verzweiflung und !

ewige Strafen falle. So bittet er in einer andern Stelle: Herc, !