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Am fünfzehnten Sonntage nach Trinitatis.
und auf seinem Posten bleiben, „er muß nicht davon laufen,wenn's Wetter kommt," wie Viele thun. Gegen dicß Alles er-mahnt der Herr: „Sorget nicht für den andern Mor-gen!" ob auch an demselben die Früchte eurer Arbeit, und Un-terhalt und Gesundheit gesichert sein werden. Was soll ich dennnun thun? Wie kann ich jene Sorgen fern von mir halten?Hier kommt die Regel: „Trachtet am ersten nach demReiche Gottes; — euer h i mm l i sch er V a t c r weiß, daßihr deß Alles bedürfet." — Magst du auch in einer auf- !geregten unheilvollen Zeit nicht aller Beunruhigung dich entschla- !gen können, nur laß den Muth nicht sinken; tritt ihr gckraftigtdurch die göttliche Aufforderung und Verheißung entgegen: „Be- !fiehl dem Herrn deine Wege, und hoffe auf Ihn; !Er wird' s wohl mache n." (Pf. 37, 5.) Das ist die fünfte IRegel. „Ihr dürft nicht anders gedenken; es kann kein MenschRuhe haben, außer wenn zu Gott seine Zuversicht steht," wiePaulus sagt: „Der Friede Gottes regiere in euren 'Herzen." (Kol. 3,15.) Das meinte ich, wenn ich als obersteRegel und Richtschnur des Lebens aufstellte: Uebe eine guteRitterschaft, — halte Glauben und ein gutes Ge-wissen; d. h., befleißige dich einer reinen Erkenntniß Gottes, idaß du wissest, wie Er will, daß du Ihn fürchten, und Ihm >glauben sollst, daß Ec um des Sohnes willen uns zu Gnadenannehmen, erhören, leiten und regieren will. „Da gehört die ?ganze Glaubenslehre dazu." Ferner: Habe ein gutes Gewissen,erwäge, welche Pflichten du üben sollst. Das zeigen die zehenGebote. „Ein Jeglicher hat sein Amt;" die Hausmutter, daßsie ihre Kinder wohl erziehe, und in ihrem Hauswesen nach Kräf-ten walte. Andere Pflichten hat der Gatte, andere der Raths-herr, andere der Geistliche, andere der Zuhörer, andere der öf- !fentliche Staatsdiener, u. s. w. Welchem Beruf du auch ange-hörcst, führe ihn mit Treue und Gewissenhaftigkeit; laß nichtdurch schmerzliche Erfahrungen oder Ungeduld und Verzweiflungdir den Muth zur Ausdauer rauben. Aber wie mag ich, sprichstdu, wie mag ich den Unmuth abwehrcn, und bei so vielen Hin- Idernissen und Widerwärtigkeiten die Hoffnung nicht aufgeben?Darauf antwortet fünftens der Trost: Erflehe und erwarte vonGott Rath und Hilfe! Das ist auch die Regel im Psalm: „Be-fiehl dem Herrn deine Wege und hoffe aus Ihn;
Er wird's wohl machen." Dieß stehet auch hier: „Trach-tet am ersten nach dem Reiche Gottes;" — „es ist