Evangelium Matth. 6, 24 —Z4.
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„daß wir in einem ordentlichen Thun leben sollen." In jenersittlichen Barbarei lebt, „der da mit einem wilden, tollen, un-sinnigen Kopf fort fährt," der da lebt ohne Recht und Gesetz,zügellos und ohne Bande der Zucht; „muß nur Alles wild undunfläthig sein, mit Fressen und Saufen und roher Wollust, mitPochen, Scharren und was einem solchen Narren in den Sinnkommt."
Welches ist aber die oberste und vornehmste Regel für un-ser Leben? Es ist keine andere, als die: „Trachtet am er-sten nach dem Reiche Gottes — so wird euch dasklebrige Alles zufallen." Oder wenn wir noch einige an-dere deutlichere Aussprüche dazu nehmen wollen, so ist die obersteund vornehmste und allgemeinste Lebensregel: „klebe eine guteRitterschaft. — Halte Glauben und ein gutes Ge-wissen!" (1. Tim. 6, 12. vcrgl. mit 1, 18.) Hierin liegendie Regeln, die wir täglich vor Augen haben sollen. „Es istviel daran gelegen, daß sich ein Mensch gewöhne, sein Lebennach einer festen Regel und Norm zu ordnen." Die Grundlagealler Regeln aber ist das in den zehn Geboten ausgesprocheneGesetz. „Das ist die höchste und sürnehmste Regel." Das Ge-setz muß hinwiederum durch das Evangelium gedeutet werden.„Da kommt denn die oben ausgestellte Regel: Uebe eine guteRitterschaft," u. s. w. Diese bedarf einer ausführlichem Erklä-rung. Die zweite Regel ist also: Der Glaube wird durch dasEvangelium bestimmt; das gute Gewissen durch das Gesetz. Diedritte Regel: Die zehn Gebote enthalten die Vorschriften in An-sehung des Berufs. — Sie stellen verschiedene BerusSarten undStände auf. Da sind bei jedem Gebote die einzelnen in Be-tracht kommenden Tugenden, und eben so die entgegen stehendenFehler einzuschließen. Der, welcher nicht arbeitet, macht fremdesEigcnthum zu seinem Raube, und ist ein Dieb; „er muß steh-len, wie wir sehe», wie es zugehct. Wer will mehr verzehren,denn sein Pflug kann erähren, der muß zuletzt verderben, undvielleicht am Galgen sterben." — Die vierte Regel ist: Dienetreu deinem Beruf, und laß dich nicht von Ungeduld oder Ver-zweiflung überwältigen. — Die fünfte Regel heißt: Erflehe underwarte von Gott im Vertrauen auf den Sohn, Beistand,gesegnete Erfolge und das ewige Leben. „Diese fünf Regelnmerket;" steckt sie an die fünf Finger! „Das ist eben auch diePredigt Christi an diesem Ort: „Ihr könnt nicht Gottdienen und d^m Mammon; sorget nicht; — trachtet