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Am fünften Sonntage nach Trinitatis.
Göttlicher Sohn, Du kleidest Dich ein in die Masse der Menschheit;
Deine belebende Kraft trägt nun das schwache Geschlecht.
Du, o mächtiges Wort, gezeugt vom ewigen Vater,
Wollest immer forran Haupt und Beschützer uns sein!
Am fünften Sonntage nach Trinitatis.Evangelium Luk. 5, 1 — 11 .
^)er See Genezareth, der auch das Meer von Tiberlas unddas galiläische Meer heißt, ist ein großer Landsce, besten Längefast drei Meilen, die Breite etwas mehr als eine deutsche Meilebetragt. — Er enthielt klares, trinkbares, süßes, mäßig kühlesWasser, war darum sehr fischreich, und an seinen Ufern hieltensich viele Fischer auf, welche hier einen einträglichen Erwerb hat-ten, weil sie die Fische nicht nur frisch verkauften, sondern sie !auch cingesalzcn verschickten. Der Jordan fließt in diesen See,geht mitten durch, bis er wieder heraustritt und ins tobte Meersich ergießt. — Der Name Genezareth scheint mir von dem iWorte Nazareth gebildet zu sein, welches einen Sprößling, „ein ^schönes Aweiglein" bezeichnet. Denn es war daselbst die reizendsteKüste Galilaa's, die viele Arten der edelsten Gewächse hervor-brachte, z. B. die Balsamstaude, die außerdem nirgends auf derganzen Erde wuchs *); desgleichen waren auch die Dattelpalmendaselbst vorzüglicher als irgendwo. Christus hielt sich sehr gernin dieser Gegend auf. — Das galiläische Meer wurde jener See !genannt, weil ec jene ganze Küste von Galiläa bewässerte. Ga-liläa ist aber so viel als ein Gränzland, eine Mack, weil jdiese Landschaft das äußerste Ende des Landes Kanaan nach Phö-nizien und Sidon hin war. Er hieß endlich das Meer von Li-berias, von einer Stadt dieses Namens, welche am Ufer diesesSees lag; und daß man einen See auch Meer nennt, kommt
*) S. kliii. bist. not. XU, 54.