Druckschrift 
6 (1830)
Entstehung
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Am fünften Sonntage nach Trinitatis.

Göttlicher Sohn, Du kleidest Dich ein in die Masse der Menschheit;

Deine belebende Kraft trägt nun das schwache Geschlecht.

Du, o mächtiges Wort, gezeugt vom ewigen Vater,

Wollest immer forran Haupt und Beschützer uns sein!

Am fünften Sonntage nach Trinitatis.Evangelium Luk. 5, 1 11 .

^)er See Genezareth, der auch das Meer von Tiberlas unddas galiläische Meer heißt, ist ein großer Landsce, besten Längefast drei Meilen, die Breite etwas mehr als eine deutsche Meilebetragt. Er enthielt klares, trinkbares, süßes, mäßig kühlesWasser, war darum sehr fischreich, und an seinen Ufern hieltensich viele Fischer auf, welche hier einen einträglichen Erwerb hat-ten, weil sie die Fische nicht nur frisch verkauften, sondern sie !auch cingesalzcn verschickten. Der Jordan fließt in diesen See,geht mitten durch, bis er wieder heraustritt und ins tobte Meersich ergießt. Der Name Genezareth scheint mir von dem iWorte Nazareth gebildet zu sein, welches einen Sprößling,ein ^schönes Aweiglein" bezeichnet. Denn es war daselbst die reizendsteKüste Galilaa's, die viele Arten der edelsten Gewächse hervor-brachte, z. B. die Balsamstaude, die außerdem nirgends auf derganzen Erde wuchs *); desgleichen waren auch die Dattelpalmendaselbst vorzüglicher als irgendwo. Christus hielt sich sehr gernin dieser Gegend auf. Das galiläische Meer wurde jener See !genannt, weil ec jene ganze Küste von Galiläa bewässerte. Ga-liläa ist aber so viel als ein Gränzland, eine Mack, weil jdiese Landschaft das äußerste Ende des Landes Kanaan nach Phö-nizien und Sidon hin war. Er hieß endlich das Meer von Li-berias, von einer Stadt dieses Namens, welche am Ufer diesesSees lag; und daß man einen See auch Meer nennt, kommt

*) S. kliii. bist. not. XU, 54.