Evangclium Match. 15.
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fenbares Widerstreben bewiesen, und dadurch zeigten, daß sicnicht Glieder der wahren Kirche waren. Indessen gibt cs doch' unter jenem Volke auch noch einzelne wenige Elende, die zuChristus fliehen, und außer ihnen werden auch aus Heiden,Kananitcrn, Samaritern, römischen Zollbeamten Einzelne zurn Kirche versammelt, um lebendige und wahre Glieder derselben zusein. So kommt auch dieses heidnische Weib zu Christus,und hat einige Kenntnis der Lehre vom wahren Gott und von> den in Bezug auf den Messias ertheilten Verheißungen. Sie
I weiß, daß es nur Einen Gott gibt, und daß dieser Jesus
ß der vom Vater gesendete Sohn ist; denn sie nennt Ihn Sohn
l Davids, d. i. den verheißenen Messias, und traut Ihm Tha-
I ten zu, die nur von Gott geschehen können. Diese einzelnen
» Grundwahrheiten verdankte sic höchst wahrscheinlich dem allgc-
E meinen Rufe, der damals von Christus verbreitet war; denn
H Markus schreibt: „Sie hatte von Seinen Thaten ge-
j hört;" weil ja der Glaube durch das Hören, das Hören durch
s das Wort Gottes kommt. Auch kann man wohl annchmcn,
s daß unter den in der Nachbarschaft der Juden wohnenden Hei-
den eine allgemeine Kenntnis des Messias verbreitet gewesen sei;denn auch das samaritische Weib spricht: „Ich weiß, daßi der Messias kommt; wenn Dersclbige kommen wird,
I so wird Er uns Alles verkündigen." (Joh. 4, 25.) Ja
I Gott hat darum eben die Juden mehrmals in alle Theile der
i Welt zerstreut, damit durch diese Gelegenheit Viele von den Hci-
, den Kenntnis der prophetischen Lehre erhalten möchten. Viel-
leicht hatte sich auch das Andenken an Elias, der bei derWitwe zu Sarepta gelebt hatte, noch bei den folgenden Ge-schlechtern erhalten.
Aber nicht nur das Licht der prophetischen Lehre und derKenntniß des Messias, sondern auch eine mächtige Glaubens-^ flamme leuchtet in diesem Weibe. Deshalb ruft hernach Chri-
j stus ihr zu: „O Weib, dein Glaube ist groß!" Dieser
Glaube hatte nicht in ihr sein können, hatte sic nicht einige Be-kanntschaft mit der Lehre des Volkes Gottes schon, bevor siezu Christus lief, besessen, da sie Ihn nicht auf heidnische, ir-dische oder abergläubische Weise, sondern mit wahrem Glaubenund im heißen Drange des heiligen Geistes anrust.
Stets aber muß der Regung des Glaubens im Herzen dieKenntniß oder Belehrung vorangehen. Denn Gott hat dieseOrdnung getroffen, um durch die Stimme des Evangelium dieVI. 4