Druckschrift 
6 (1830)
Entstehung
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44 Am Tage Johannes deL Täufers. Evangel. Johannes 2l.

lern einen Riß des Gebäudes; aber einer derselben wies ihn mitden Worten zurecht:Geh, male deine Kürbisse!" Beleidigtdurch diese Freimüthigkeit, ließ er denselben hinrichten.

Der ägyptische König Patientius nahm folgende Zurechtwei-sung eines Tonkünstlers an:Etwas Anderes ist das Scepter;etwas Anderes das Plektrum"*); d. h. verrichte du, was deinReich angeht, mich laß die Musik treiben.

Schon in geringfügigen Dingen bringt die unnütze Vielthne-rei manche Nachtheile; gefährlicher aber ist sie in wichtigen An-gelegenheiten, bei Erregung von Glaubensstreitigkeitcn, bei Verän-derungen des Lehrbcgriffs, bei Anordnung kirchlicher Verhältnisse,bei der Staatsverwaltung, bei ausbrechenden Kriegen. Aberauch im wissenschaftlichen Leben empfindet man zuweilen die Nach-theile, welche jene Vielthuerei begleiten, wenn man von derOrdnung abweicht, die man beim Lernen beobachten sollte. Denngar oft geschieht uns, was Sencka sagt:Das Wesentlichewissen wir nicht, weil wir das Unwesentliche gelernt haben."

Größere Nachtheile aber begleiten die Vielthuerei in öffent-lichen Geschäften. Viele verlieren, was sie vorher besaßen, weilsie, von jenem Fehler hingerissen, Kriege erregten. Die Mehr-zahl aber geht in unglücklichen Unternehmungen zu Grunde. Ein gewisser moskowitisck^r Fürst führte mit einem AndernKrieg. Er bekam ihn gefangen, ließ ihn hinrichten, und ausseinem Hirnschädel einen Becher fertigen, mit der Inschrift:Dieser verlor, indem er nach fremdem Gute trachtete, sein Ei-genthum." Auf solche Beispiele laßt uns achten, und bedenken,daß Gott, wie Er denen, welche Ihm in ihrem Berufe die-nen, Seinen Beistand verheißen hat, so auch im Gcgentheil Sichvon denen wendet, welche ihrem Berufe entgegen fremde Dingeunternehmen.

*) Der Griffel, dessen man sich beim Cithcrspiel bediente-