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Am Lage Johannes des Täufers.
führt lediglich aus eitler Ruhmbegier das Heer nach Siciiien.Pyrrhus schifft, um sich neuen Ruhm zu bereiten, nach Italienüber, und wird dort durch einen Stcinwurf getödtct. Woher sie aberauch immer entstehen mag, diese Vielthucrei, sie ist eine sehr ge-meine Untugend unter den Menschen, und es gibt fast unzähligeAussprüche, welche dieselbe rügen. Seneka sagt: „Es ist schwer,einen Menschen seine Bahn zu treiben;" d. h. cs ist schwer, daßein Mensch innerhalb seines Berufes und der ihm abgestecktenGränzen bleibe. Oft aber verwickelt auch Ein Vielthuer vieleAndere mit sich; deßhalb sagen die Verse des Stobäus;
„Geschäftlos leben ist ein süßes, hohes Gut,
„Wenn unberührt man bleibt von andrer Leute Thun,
„Denn welcher unter Bestien, unter Affen lebt,
„Muß Asse sein — o welch' ein unglücksel'ges Los!"
Trefflich ist auch"jener Ausspruch Gregors von Nazianz: „Wasnicht ein nothwendig Geschäft ist, nenne ich gar nicht ein Ge-schäft; denn verächtlich sind unnütze Nebcngeschäfte." Das trefflichsteWort aber spricht Paulus, da, wo er unnütze Vielthuerei mei-den heißt: „Wir ermahnen euch aber, lieben Brüder,daß ihr darin völliger werdet und darnach ringet(nach dem Texte: und darein eure Ehre setzt), daß ihr stilleseid und das Eure schaffet." Ec bedient sich des sehr be-zeichnenden Ausdrucks: „daß ihr eine Ehre darein setzt,"d. h. mit einem gewissen Ehrgeiz, durch eine ruhige und geord-nete, auf den eignen Beruf beschränkte Thätigkeit euch auszuzcich-ncn sucht. Weltlichgesinnte Menschen spornt der Ehrgeiz, daßsie ihren Beruf voreilig überschreiten. Das ist ein fehlerhafterEhrgeiz, eine fehlerhafte Ruhmbegier, die nicht aus ordentlichemWege Ehre erstrebt, sondern den Beifall des Ersten Besten sucht,wobei man Handlungen, die das verliehene Maß von Kräftenübersteigen, ohne Beruf dazu, im Vertrauen entweder auf eigneWeisheit oder auf eigne Kraft unternimmt. Diesem stellt nunPaulus einen andern Ehrgeiz, oder eine andere Weise, Ehre zusuchen, entgegen. Wenn ihr Ehre erlangen wollt, spricht er,wie denn Alle die Ehre als etwas Treffliches betrachten, undViele die Ehcbegier sogar mit Seelengröße verwechseln: so unter-nehmt Nichts, was über eure Kräfte oder über euren Beruf hin-aus liegt, sondern „seid stille," regt nichts Unnöthiges an„und schaffet das Eure," d. h. erfülle Jeder die Pflichtenseines Berufs!