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6 (1830)
Entstehung
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Am dritten Adventssonntage.

tigkelt deS Sohnes Gottes erinnern, welche in ihrer allgemeinstenBedeutung sich auf die Kirche in allen Zeiten erstreckt. Denndavon gilt der Ausspruch:Wo zwecn oder drei versam-melt sind in Meinem Namen, da bin Ich mitten un-ter ihnen" (Matth. 18, 20.), und:Ich bin bei euchalle Tage bis an das Ende der Welt." (Matth. 28, 20.)Dieser seiner Gegenwärtigkeit wollen auch wir uns getrosten, ein-gedenk, daß der Sohn Gottes auch jetzt bei uns weilt, und wol-len das Evangelium vernehmen, durch wclchco Er in uns willwirksam sein.

Am dritten Adventssonntage.

Evangelium Matth. 11, 21V.

A)er Hauptgegcnstand dieses Vortrags soll die Lehre vom Mes-sias und Seinem Reiche und der daraus hcrvorgehcnde Trost,im Gegensätze gegen menschliche Einbildungen davon sein. DieJuden träumten, es werde der Messias ein weltlicher Königsein. Auch wir mögen wohl dem Traum von einem blühendenZustande der Länder und Staaten uns hi'ngeben, wofern wir nurdas Evangelium von Christus festhalten. Es war auch die Ver-anlassung zu der von den Jüngern des Täufers hier vorgcleg-ten Frage keine andere, als weil sie, bei dem Anblick der nie-drigen Erscheinung Christi, den sie gleich einem Arzte und Syn-agogenlehrcr umher ziehen sahen, schwankten, ob sie Ihn wirklichfür den Messias zu halten hätten. Aber nicht bloß zur Wider-legung politischer Träume jener Zeiten ist dieser Text bestimmt,sondern er soll, seiner allgemeinen Bestimmung nach, uns Trostgewähren bei dem kampsvollen, traurigen Bilde, welches dieKirche zu allen Zeiten darbot und noch jetzt darbietet, und auchfernerhin, so lange die Welt bestehen wird, dacbietcn wird.

Im Anfänge des Textes geschieht des Gefängnisses JohannisErwähnung. Johannes hatte das Lehramt, zu dem er beson-ders berufen worden war, ungefähr zwei Jahre lang öffentlichverwaltet. Ins Gefängniß aber wurde er geworfen, weil er dem