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nicht gepaßt. Eine andere historisch-epische Strophe ist bis seht beiuns nicht erfunden. Einen Wechsel in den Versarten, wie die Ro-mantiker ihn aufgebracht und wie ihn auch Lenau und Meißner an-gewandt haben, scheint mir zu balladcnartig und für den epischen Flußder Erzählung störend. Freilich mögen meine acht- und »ennfüßigenVerse, die Reim um Reim bringen, den heut zu Tage so viel ver-breiteten Freunden der Knnstdichtung nicht behagen; ich habe aberentschieden daS Ziel ini Auge gehabt, eine schlichte Volksdichtung zuliefern. Es ist mir darum ganz recht, wenn man mein Werk eineReimchronik nennt. Wäre es nur auch eine recht lebendige Reim-chronik!
Der Leser sieht, daß ich selbst meine gerechten Bedenken über denJohann von Werth habe. Eine Thatsache aber wird Jedermann an-erkennen müssen, nämlich daß ich ernst und redlich bestrebt gewesenbin, einen echt deutschen Gegenstand mit echt deutschem Geiste zu be-handeln. Ich habe versucht, einen Mann zu schildern, der in dentrübsten Zeiten, welche mit Blut, Brand, Zerstörung und Vernichtungüber die Gaue des Vaterlandes hingezogeu sind, ein treuer, braverStreiter für Deutschlands Einheit, Größe und Ehre war, der, jedemGlaubensbekenntnisse gerecht, fest und sicher seinem nationalen Zieleznsteucrtc und der endlich, als er die höchsten Güter, für die er seinLeben lang gestritten und gekämpst hatte, in dem zerrissenen und zer-spalteten Vaterlands verloren sah, an gebrochenem Herzen starb,aber noch ini Sterben seine Hoffnung für eine große neue Zeit nichtfallen ließ. In dieser Beziehung möchte mein Johann von Werthdas Aller erquicken und die Jugend entflammen. Was aber sonst dasGedicht angeht, so will ich herzlich zufrieden sein, wenn ich jüngereKräfte anregc, denselben Weg nationaler Dichtung einzuschlagen.Mögen sie bald komme» und unserem Volke bessere Werke bieten!
Köln, l. December 18 S 7 .
W. M.