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Johann von Werth : eine deutsche Reitergeschichte
Entstehung
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Hin imd wieder habe ich denn auch, um das wilde Gewirrc derSchlachten und Züge zu belebe». Einzelnes erfinden müssen. In dieserBeziehung führe ich namentlich die Pferde-Gcschichtcn und die Figurdes Fix an. Auch die Bekanntschaft Werth'S mit seiner ersten Fraubedurfte einer abenteuerlichen Begründung. Daß ich den von Löher znseinem Spork erfundenen Jost wieder vorgeführt habe, wird, wie ichglaube, dem trefflichen Manne nicht unangenehm sein.

Was ich bis jetzt angeführt habe, bildet den Vordergrund meinerBilder. ES handelt sich mir auch noch um den zweckmäßigen Hinter-grund. Dieser kann aber in nichts Anderm als im Laufe des ganzendreißigjährigen Krieges gefunden werden. Ich habe denselben den»auch in seinen Gründen und Ursachen, Ereignissen und Thatcn, Staats-männern und Kriegern nach den besten Quellen am Geiste des Lesersin möglichst kurzen Zügen vorüber geführt, weil mein Held diese trau-rige Zeit des Vaterlandes von Anfang bis zn Ende thatcnd undrathcnd durchgerungen hat. ES ging mir nämlich darum, ein in sichund durch sich verständliches Gemälde zu liefern. Nicht allein der Ge-bildete, der die Geschichte des dreißigjährigen Krieges in Schulen undBüchern studirt hat, sondern auch der gemeine Mann, der jene Zeitnur dem Namen nach kennt, soll die Dichtung verstehen können. Kurzund gut, cs war meine Absicht, für das Volk zu schreiben.

Man wird mir überall die Schwierigkeit meiner Aufgabe zugestchenmüsse». ES ist in der That kein leichtes Werk, einen so gewaltigenKrieger in einer so gewaltigen Zeit während des Laufes von dreißigJahren in einer Weise hinzustellen, daß sich die Ereignisse und Ge-stalten lebendig und interessant gruppircn, daß die StaatSgcschichtenicht zu viel Raum einnimmt, daß die Schlachten sich nicht zu buntauf einander folgen, daß die kulturgeschichtlichen Elemente durchleuchtenund daß man das Bild des Helden nie ans den Augen verliert, lieber-dies fehlt cs für eine solche Dichtung ganz an epischen Mustern. Man hatwohl einzelne historische Züge poetisch behandelt, aber eine ganze Pe-riode deutscher Geschichte ist noch nie in einem Bilde zusammengesetztworden. Bei meinem Gegenstände wurde die Aufgabe noch schwierigerdurch die äußerst complicirten Staats- und Religions-Verhältnisse derdamaligen Zeit. Gleichviel, ich hab'S gewagt!

Was die Form angcht, so habe ich die VerSart gewählt, deren sichdie deutschen Dichter des Mittelalters meistens zu ihren epische» Ge-dichten bedienten, mit dem einzigen Unterschiede, daß ich die Versenicht nach Hebungen, sondern nach Silben zählte. Warum ich keinestrophische Form wählte? Die Nibelungcnstrophe hätte für die Zeit