WaS meine Quellen angeht, so must ich hier vor allen anderendie Monographie: Johann von Werth re. von Friedrich WilhelmBarthold (Berlin, 1826), anführcn. Dieser fleißige und treffliche Ge-schichtschreiber hat sich der mühsamen Arbeit unterzogen, die überallzerstreuten Notizen über Werth zu sammeln und zu einem lebenvolleuBilde zu gestalten. Während er selbst fast überall seine Quellen angibt, ister von Späteren vielfach nach- und abgeschrieben worden, die ihm dieseGerechtigkeit nicht widerfahren ließen. Ich nehme mit Freude die Ge-legenheit wahr, ihm an dieser Stelle herzlich zu danken für den Vor-schub, den der Historiker dem Poeten an die Hand gegeben hat. Außer-dem dienten mir des Freiherrn F. E. v. Mering Burgen, Rittergüter,Abteien, Klöster in den Nheinlanden rc. (Köln, 1836—-12.) Die Bene-dictincr-Abtei Gladbach von v. Gottfried Eckertz (Köln, 1353), GrafJohann v. Spork, von Georg Joseph Rosenkranz (Paderborn, 1854),General Spork von Franz Löher (GLttingen, 1854), einige Feuilletonsder Kölnischen Zeitung aus dem Jahre 1846, so wie eine Sammlungungedruckter Urkunden, im csitze des Herrn Jakob Merlo in Köln, dieseitdem in den Annalen des historischen Vereins für den Niedcrrhein, II.Iahrg. 2. Heft, S. 266 (Köln, 1357) veröffentlicht worden sind, umihnen einzelne Notizen zu entnehmen. Ein Vergleich mit diesem ange-führten Materiale wird den Beweis liefern, daß ich mich in BetreffdeS Kriegslebens des Johann von Werth durchaus treu an die Ge-schichte gehalten habe.
In Beziehung der Familiengeschichte mußte ich mir dagegen einigeFreiheit ertauben. Zunächst ist die Herkunft Wcrth'S noch ein streitigerPunkt. In der neueren Zeit hat es nämlich nicht an vielfachen Ver-suchen gefehlt, den Adel des kühnen Helden aufrecht zu erhalten.Allerdings wird in dem Freiherrn-Diplome vom 4. April 1635 ein,,Alt Nittcrmcssiges Geschlecht und Herkommen Unsres und des Reicheslieben getreuen Johann de Werbt, indemc seine Vorfahren ihr Stamm-haus; von den Staaten Hollands cingcnomen" (s. Mering a. a. O.)angeführt. Dies will aber nicht viel heißen, zumal Kaiser Ferdi-nand nicht gern den Abel gab und gleichsam selbst eine neue Creirungauf diese Weise entschuldigen mochte. Nebrigcns konnte sich der Hofauch selbst irren, indem er das niederdeutsche „van" für adelig hieltoder sogar falsch berichtet war. Daß Werth's Verwandte Soldaten,Geistliche und Beamte waren, wie cs in den Feuilletons der Köln.Zeitung von 1846 nachgcwiesen wurde, kann gleichfalls nicht viel ent-scheiden, weil ein so angesehener KriegSmann allerdings im Standesein mußte, seine bäuerlichen Familicn-Mitgliedcr zu schützen und zu