105
Und Werth harrt täglich heiß und wild,
Daß sie ihm folgen im Gefild,
Um Frankreichs Hauptstadt zu zerstören. —
Da kommt der Spork. Was muß er hören?
Sie wollen sich noch nicht bequemen,
Sie denken Corbie erst zu nehmen
Fern an der Saone. Er schreit: „Die Thoren I"
Er stampft: „Nun geht der Fang verloren I"
Und also war's. Ein Kapuziner,
Pater Joseph, der treuste DienerDes Richelieu, hebt bald den Muth.
Er sendet in die ärgste WuthDes Pöbels kühn den IntendantVon Bouillon. Sicher und gewandtWirft stolz der Nittersmann sein RoßIn den Tumult am Königsschloß.
Er ruft: „Pariser, gebt uns GeldUnd Menschen, und die ganze WeltIst unser. Ja, wir jagen gleichSpanier und Deutsche ans dem Reich.Den Rhcinstrom und das NicdcrlandErobern wir mit Blut und Brand!"
Er sprach's. Ihm folgt der Cardinal.Vom Morgen- bis zum AbendstrahlRollt stets sein Wagen durch die Stadt,Und wo sich Volk gerottet hat,
Da redet er die Menge an,
Wie Bouillon cs vor ihm gethau.
Wer hat den Mnth in ihren Gliedern,Der kühnen Sprache zu erwidern!