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Johann von Werth : eine deutsche Reitergeschichte
Entstehung
Seite
77
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Es bringt den Brief dem Werth zur HandDen ihm Christine hat gesandt.

Erglühend öffnet er den Brief.

Dann jauchzt er hoch, dann seufzt er tief.DaS höchste Glück kehrt endlich ein:Christine, sie ist sein, ist sein!

Da möcht' er gleich zu Pferd sich setzenUnd fort nach Köln rhcinabwlirts Hetzen,An lieber Brust, an rosigen Wangen,

Von weichen Armen hold umfangen,

Vom hellsten Blicke froh gegrüßt,

Vom schönsten Munde heiß geküßt,

Nach all dem Kricgswcrk auSzuruhn,

Und von sich Streit und Kämpfe thun!

Doch, ach, so schnell soll cs nicht sein!Noch ist vom Feind die Pfalz nicht rein.Zu Heidelberg in Stadt und SchloßSitzt noch der Schwed mit frechem Troß,Von Abel Moda kühn geführt.

Mit dem muß er, wie sich's gebührt,

Ein Gänglcin machen. Und im LaufBricht er mit seinem Volke aufZnm waldig grünen Neckarthal.

Dort ragt ini rothcn AbcndstrahlDie rothe Burg. Bald loht der Kampf,Bald sprüht im blauen PulverdampsDas gelbe Feuer der Kanonen.

Sie schießen Breschen ohne SchonenUnd stürmen plündernd durch die Gassen!Schon geht es zu den Schloßterrasscn!