Druckschrift 
Johann von Werth : eine deutsche Reitergeschichte
Entstehung
Seite
69
Einzelbild herunterladen
 

69

Von keinem Feinde angegriffen.

So magst du denn nach Köln Hinschiffen,

Dn thcurer Brief! O bange Stunde!

Was bringt die Antwort wohl für Kunde?

Doch sieh, da tritt der Spork heranUnd spricht:Die Noth geht an den Mann.Wir sind zu weit dem Heer voraus,

Und alle Nahrung ging uns ans;

Herr Schmalhans ist jetzt Küchenmeister,

Und unser Feind, Herr Hunger heißt ex.Was Hilst der Säckel voll Dukaten?

Allwärts fehlt Korn und Wein und Braten,Verödet ist das Land umher,

Die Stadt' und Flecken all sind leer;

Wie Kirchenmäuse sind die Bauern,

Die mich in ihrem Elend dauern.

Der Feind war vor uns an den ZäunenUnd hat gesäubert Stall' und Scheunen.

Der Kaiser hat sein Recht verloren,

Wo nichts mehr ist. Für Weis' und ThorenIst klar der Spruch!" Das gab VerdrußDem Werth, der stets für UcberflußGesorgt bei seinen Reitcrschaaren.

Gcht's von Gefahren zu Gefahren,

Von Kampf zu Kampf, da thut es noth,

Daß nicht dem Krieger Mangel droht.

Hart ist das Handwerk sonder Gleichen,Drum heißt es gute Kost zu reichen.

Und Beide gehn sich zu berathenAls echte Väter der Soldaten.