34
Rings auf dem Feld mit dumpfer SchwereUnd schied die beiden wüth'gen Heere.
Sic sahn sich nicht, doch hörten sieSich beide, wenn ein Führer schrie,
Wenn Trommel und Trompete klang.
Die Schweden hoben ihren SangZn Hörner- und Posanncntöncn,
Als sollt' das Weltgericht erdröhnen:
„Ein' feste Burg ist unser Gott!"
Es ging den Deutschen aller Spott,
So herzerhebend zog der Ton.
Sie riefen: „Jesu, Gottessohn,
O, steh uns bei! Bitt für uns Armen,
O Mutter Gottes, voll Erbarmen!"
Lang war's, als wollt' der Himmel nichtDer Menschen blutiges Gericht,
Da lastend dumpf der Nebel blieb.
Erst um die Mittagszeit vertriebEin Wind den Dust. Mit aller MachtHub an die fürchterliche Schlacht.
Kanonen donnern ans zum Kampf,Schlachtruf, Trompeten, RoßgestampfFolgt dann mit wilden Tönen nach.
Das ehrne Heer der Schweden brachZuerst der Kaiserlichen Reihn.
Zurück wars sie der Wallenstein.
Dreimal wogt auf das Glück vom Krieg,Dreimal ward zweifelhaft der Sieg.
Der Schwedenkönig naht im Ritt,
Wo man um die Entscheidung stritt.