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8 (1830) O bis Q
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Quistorp (Familie)

ihn darauf als Obersten bei dem nach Amerika bestimmten Heere anstellte. Zeugevon der Unzufriedenheit der Truppen und bekannt mit den Gesinnungen der Offi-ziere, trat Q. 1819 an die Spitze der unter dem Einflüsse des Generals Grafendel Abisbal gestifteten Verschwörung; als aber der General selbst die Verschwö-rung anzeigte, ward Q. nebst mehren andern Ofsicieren am 8. Juli in ein festesSchloß gesperrt, jedoch schon im Jan. 1820 durch den Aufstand der Truppen unterdem Obristlieut. Riego (s. b. und Spanien) befreit. Q. leitete jetzt als ober-ster Befehlshaber den Kampf für die Constitution von 1812 aus s. Hauptquartierauf der Isla de Leon. Am 7. März nahm Ferdinand V!l. diese Constitution an,und Q. ward von ihm zum Generalmajor erhoben. Darauf wählte ihn die Pro-vinz Galicien zum Mitgliedc der außerordentlichen Cortes von 1820. In dieserVersammlung und bei jedem a. Anlaß bewies Q. ebenso viel Eifer für die Sachedes Vaterlandes, als Mäßigung und Besonnenheit. Er stellte sich der Willkür der !Macht wie der Gesetzlosigkeit der Volksherrschaft mir gleicher Festigkeit entgegen;er sprach oft mit Feuer und Kraft, unvorbereitet, jedoch weniger gut über bloße Ver-waltungsgegenstände, für die er kein Talent zu haben scheint. 1821 ward er zumobersten Befehlshaber der 2. Militairprovinz (Galicien) ernannt. Die Cortes woü- !ten ihm ein Landgut als Zeichen der Nationaldankbarkeit geben z er lehnte eS aberab, weil das Volk schon zu sehr belastet sei. Im März 1822 hatte er einen Zwei-kampf init dem Deputaten Morena-Guerra, der beleidigende Briese an ihn ge-schrieben. Es sollte nur Einer schießen; das Loos gab ihm daS Pistol, und er schoßes in die Lust. Seitdem zog sich Q. von Madrid in s. Provinz zurück. In demFeldzuge 1823 gegen die Franzosen stand er unter dem Oberbefehle des GeneralsMorillo bei dem 4. Armeccorps, das in Galicien und Asturien die Constitution ver- ^theidigcn sollte. Da aber Morillo Nichts that, um dem Feinde Widerstand zu lei-sten, und sogar mit dem franz. General Bourck eine Art von Neutralitatsvertragabzuschließen im Begriffe war, so trennte sich Q. von ihm. Er wollte anfangs sicheinschiffen; denn auch er war mit dem Verhalten der Cortes gegen den König inSevilla und dessen erzwungener Reise nach Cadiz unzufrieden. Als er aber die Be-satzung von Coruiia entschlossen sah, sich aufs Äußerste zu vertheidigen, so trat eran ihre Spitze und erklärte sich gegen Morillo. Diese letzte Anstrengung war erfolg-los. General Bourck erschien vor Coruna d. 15. Juli, wo Q. kaum 500 MannLinientruppen, etwa 1500 M. Milizen und 150 franz. Überläufer die sogen.Fremdenlegion, an die sich auch einige fremde Ofsiciere, darunter Sir RobertWilson (s. d.), anschlossen zur Gegenwehr aufbieten konnte. Ein franz. Ge-schwader blockirte den Hafen. Nach einem mehrstündigen Kampfe, in welchem SirRob. Wilson verwundet wurde, erstürmten die Franzosen die Höhen vor der Stadt;

Q. wies jedoch das Anerbieten einer Capitulation standhaft zurück, weil er in derProvinz einen Ausstand gegen Morillo und die Franzosen zu erregen hoffte. Daihm dies nicht gelang, so übergab er den Oberbefehl dem General Novell« undschiffte sich nach England ein, von wo er einige Unterstützung an Geld nach Corunaschickte und dann sich selbst nach Cadiz begab. Aber auch hier fand er Alles in Ver-wirrung, und ihm blieb Nichts übrig, als sich vor der Capitulation von Cadiz nachEngland zu flüchten, wo er Schutz gefunden hat. General Q. ist ein Mann vonstattlichem Wuchs, militairischer Haltung, einnehmenden Gesichtszügen, offen undangenehm im Umgang. Er liebt den Ruhm und das Glück s. Nation über Alles,gleichwol hat er, ohne eine mehr als gewöhnliche Thatkraft zu entwickeln, durch dieVerletzung seines Soldateneides Begebenheiten mit veranlaßt, die sein unglücklichesVaterland in noch größere Zerrüttung gestürzt haben. Ist Q. als Revolutionnairstrafbar, so hat er wenigstens s. Namen nicht mit Verbrechen der Ehrsucht und desEigennutzes, noch des Parteihaffes und der Rache befleckt. 20.

Quistorp, eine in der gelehrten Welt bekannte Familie. 1628 trat I o«