Druckschrift 
8 (1830) O bis Q
Entstehung
Seite
987
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Quirinus Quiroga

gezeichnetsten Gelehrten jener Zeit, und wurde darauf Professor in s. Kloster. EineReoe, welche er hier hielt,l)e i»os»iose Iiistoriae praestsntia", ward gedruckt.Durch die Einbildung, daß er an der Steinkrankheit leide, wurden s. Studien un-terbrochen ; nachdem er sich aber von dem Ungrunde s. Furcht überzeugt hatte, trater 1710 s. literarischen Reisen an. Er besuchte Deutschland, Holland, Flandern,England und Frankreich. In lctzterm Lande verweilte er über 2 Zahre, meist beiden Benedictinern vonSt.-Germain des Pres. Alles was diese Lander an merk-würdigen Menschen und Gegenständen besaßen, suchte er kennen zu lernen, und ge-wann allenthalben durch s. Talente, s. Wißbegierde und s. Benehmen Achtung. Beis. Rückkunft nach Italien gab er einen Plan zu einer Geschichte dieses Landes undden Versuch einer Geschichte des Klosters von Farfa im Hcrzogthume Spoleto her-aus. Innocens XIll. ernannte ihn zum Erzbischof von Corfu. Hier verfaßte er s.gelehrtes Werk:krimorckia 6»ra^rae er nntiguissimi» ruonumentis illustra-t»". Benedict Xlll ertheilte ihm 1727 den Cardinalshut, nachdem er ihn zumBischof von BreScia ernannt hatte. Q. verfaßte nicht allein zur Ehre s. Sprengelsverschiedene Werke über die Literatur von Brescia, sondern suchte auch s. Haupt-kirche zu einer der prachtvollsten von Italien zu machen und gründete zu Bresciaeine öffentliche Bibliothek. Seine Anhänglichkeit an den römischen Stuhl zeigte erdurch s.Leben Papst Pauls 11." (gedruckt 1740), worin er denselben gegen dieAngriffe Plakina's vertheidigte. Bald nachher ward er zum Bibliothekar der Va-ticana und zum Vorsteher der Oonxroxatio Inäioiii ernannt. Er fuhr in diesenÄmtern fort, der Sache der Literatur zu dienen. Auf s. Antrieb erschienen die Werkedes h. Ephraim in einer neuen Ausg., griechisch, syrisch und latein. (6 Bde., Fol.).Auch gab er die Briefe des Eardinals Pole heraus, begleitet mit einer Abhandlung,worin ec die Trennung der Reformatoren von der röm. Kirche als nicht zu rechtfer-tigend darstellte, und einer andern, worin er den Charakter Pauls III. vertheidigte.Die Mäßigung und Aufrichtigkeit, verbunden mit der gründlichsten Sachkenntnis,welche er immer zeigte, erwarben ihm selbst den Beifall der Protestanten. Er warMitglied mehrer gel. Ges., namentlich der Akad. von Petersburg, Wien und Ber-lin. Preiswürdig war s. Freigebigkeit, wo es dem Glanze der Kirche, dem öffentl.Wvhle und der Unterstützung der Armen galt. Zur Erbauung der schönen kaih.Kirche zu Berlin trug er freigebig bei, s. kostbare Bibliothek schenkte er der valica-Nischen. Die Pflichten s. Amtes erfüllte er mit unermüdlichem Eifer bis an s. Tod1755 zu Brescia. Außer den gen. Werken hat er auch eine Reisebeschreibung undeine Nachricht von seinem Leben hinterlassen.

Quirinus, ein Beiname des Mars, beiden Römern; deßgl. später einBeiname des Romulus (s. d.), den man ihm nach s. Vergötterung gab, undwelchen man von dem sabinischen Worte tjuiris oder Ouri», welches einen Spieß,sigürl. einen Krieger bezeichnen soll, herleitet. Daher der Name Quiriten, welchendie Römer nach der Vereinigung mit den Sabinern angenommen hatten, und wel-cher bei Anreden der römischen Bürger gebraucht wurde. Daher auch Huirinali»,ein Fest, das dem Romulus zu Ehren gefeiert wurde, und tjuirinsli«, der Nameeines der 7 Hügel Roms.

Quiroga (Antonio), Anführer der span. Soldaten, die im Jan. 1820auf der Isla de Leon sich empörten, um die Constitution der Cortes von 1812 wie-derherzustellen, geb. zu Betanzos in Galizien 1784, stammt aus einer sehr geachte-ten Familie. Er studirte vorzüglich Mathematik, wurde Seecadet, trat 1808 in dieLandarmer, zeichnete sich als Ofsicier in dem Volkskampfe gegen Napoleons Heereaus und diente als Hauptmann unter dem General Morillo. Nach dem Frieden1814 wurde er Obristlieut. und Sccretair des Kriegsgerichts zu Coruna. Nachdem vereitelten Verschwörungsplane des Generalmajor Porlier, 1815, sandte ihnGeneral St.-Marc mit dem Bericht über diese Sache an die Regierung, welche